Die neuen Pläne berücksichtigen die erheblichen Baukostensteigerungen der vergangenen Jahre und die angespannte Haushaltslage bei Stadt und Land. Ziel ist es, Kosten zu sparen und eine schnelle Realisierung auf den Weg zu bringen. Der Verwaltungsrat der Württembergischen Staatstheater beauftragte die ProWST, diese Pläne zur Grundlage der weiteren Planung zu nehmen.
Dr. Frank Nopper, Oberbürgermeister und Vorsitzender des Verwaltungsrates, sagte: „Wir haben uns im Rahmen des Prüfauftrages, wie das Interimsgebäude kleiner und kostengünstiger gebaut werden kann, städtischerseits auch gefragt, ob wir in Anbetracht der dramatischen Haushalts- und Finanzlage der Stadt die Sanierung und Modernisierung der Staatstheater Stuttgart tatsächlich weiter vorantreiben sollen. In einer Gesamtabwägung sind wir zu der Einschätzung gelangt, dass wir dieses Jahrhundertprojekt von Land und Stadt weiterverfolgen sollten, allerdings ohne Tabus, was die Dimension sowie die Art und Form der Ausführung anlangt. Sanierung und Modernisierung der Stuttgarter Staatstheater ja, aber alle drei Teilprojekte müssen weiterhin mit aller Kraft auf ihre Einsparpotentiale hin untersucht werden. Der aus dem Jahr 1912 stammende, im Krieg unzerstört gebliebene Littmann Bau weist fundamentale Mängel auf, die nicht durch kosmetische Maßnahmen, sondern nur durch einen baulichen Fundamentaleingriff behoben werden können. Ein solcher Fundamentaleingriff ist nicht unter laufendem Betrieb möglich, weswegen ein Interimsgebäude unabdingbar ist. Ein längerer Stopp der Planungen und der Umsetzungsmaßnahmen birgt auf Grund der maroden Bausubstanz vor allem auch das Risiko, dass das Opernhaus von einem Tag auf den anderen geschlossen werden muss. Dies wäre ein sehr schwerer Schlag, da die Staatstheater Stuttgart zu den wichtigsten Leuchttürmen der Kultur in Baden-Württemberg gehören.“
Petra Olschowski, Kunstministerin und stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsrates, sagte: „Der sehr gute Vorschlag für eine schlankere und kostengünstigere Interimsspielstätte ist der Schlüssel für die Sanierung, Modernisierung und Erweiterung eines der schönsten Opernhäuser der Welt. Das Interim ist das zentrale Bauwerk für das Gelingen des Gesamtprojekts: Ohne Interim kann der künstlerische Betrieb nicht durchgängig aufrechterhalten werden – mehr noch: Ohne Interim ist das Staatstheater mit Oper und Ballett von Weltrang in seiner Existenz bedroht. Deshalb ist Eile geboten. Diese neue Planung schafft die Grundlage dafür, um das Projekt weiter voranzubringen und Kosten zu sparen: Alle Beteiligten begleiten den Prozess dabei mit großem Verantwortungsbewusstsein und im gegenseitigen Austausch.“
Marc-Oliver Hendriks, Geschäftsführender Intendant der Württembergischen Staatstheater, sagte: „Mit den vorliegenden Plänen wird eine Perspektive für die Staatsoper Stuttgart und das Stuttgarter Ballett geschaffen und der Baustein Interim auf eine planbare Grundlage gestellt. Damit kann die Konzentration auf die Sanierung des Opernhauses von Max Littmann im Oberen Schlossgarten gerichtet werden.“