Die Stadtregierung will gut zwei Monate nach der Amtsübernahme die Sanierung der Fuggerstraße angehen. Der Bauausschuss des Stadtrats soll am Donnerstag den Startschuss dafür geben, dass der seit mehr als zehn Jahren ausstehende Umbau der Verkehrsachse zwischen Königsplatz und Staatstheater in abgewandelter Form geplant werden kann. Voraussichtlich 2029 sollen die Arbeiten starten. Oberbürgermeister Florian Freund (SPD) hatte den Umbau, der unter anderem aus Kostengründen geschoben worden war, zu einem zentralen Thema im Wahlkampf gemacht. Die Stadt geht von Kosten zwischen elf und 13 Millionen Euro aus. Ihren Eigenanteil will die Stadt dadurch finanzieren, dass andere Fuß- und Radwegprojekte geschoben werden.

Die Illustration zeigt die Neuplanung der Fuggerstraße auf Basis einer überarbeiteten Planung durch die Architekten Eberhard Wunderle, Sebastian Berz und Helmut Winhard, mit der SPD im vergangenen Wahlkampf geworben hat.

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Die Illustration zeigt die Neuplanung der Fuggerstraße auf Basis einer überarbeiteten Planung durch die Architekten Eberhard Wunderle, Sebastian Berz und Helmut Winhard, mit der SPD im vergangenen Wahlkampf geworben hat.
Foto: Winhard 3d

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Die Illustration zeigt die Neuplanung der Fuggerstraße auf Basis einer überarbeiteten Planung durch die Architekten Eberhard Wunderle, Sebastian Berz und Helmut Winhard, mit der SPD im vergangenen Wahlkampf geworben hat.
Foto: Winhard 3d

Die Fuggerstraße sollte schon vor mehr als zehn Jahren umgebaut werden, nachdem die Hauptverkehrsstraße im Zuge des Kö-Umbaus vom Durchgangsverkehr befreit worden war. Die Planungen sahen vor, die zwei bestehenden Baumreihen zu fällen und dann insgesamt vier Reihen mit jungen Bäumen zu pflanzen. Weil sich Protest gegen die Fällungen regte und die Stadt vor den Kosten (nach heutigem Maßstab knapp 19 Millionen Euro) zurückschreckte, blieb das Vorhaben liegen. Zuletzt unternahm die alte Stadtregierung mit Baureferent Steffen Kercher (parteilos) noch den Vorstoß mit einem deutlich abgespeckten Umbau und einem zusätzlichen Grünstreifen statt neuer Bäume, doch der 2025 beschlossene Bau einer Musterstrecke wurde aufgrund des Regierungswechsels nicht mehr in Angriff genommen.

Weniger Autospuren, breitere Gehwege, mehr Bäume

Freund hatte die 350.000 Euro teure Musterstrecke, die unter anderem mit Stimmen der CSU (damals wie heute Teil der Regierungsmehrheit) beschlossen worden war, im Wahlkampf als „sinnloses Provisorium“ bezeichnet, weil sie im Fall einer Komplettsanierung zurückgebaut hätte werden müssen. Er forderte einen großen Wurf. Ziel sind nun vier Baumreihen und breitere Gehwege, heißt es in dem neuen, abermals von Kercher eingebrachten Beschlussvorschlag. Grundlage soll die Entwurfsplanung von 2013 sein, die aber modifiziert wird. Es fallen wie schon 2013 vorgesehen nicht mehr genutzte Autospuren weg, dafür gibt es wie gehabt breitere Gehwege und zwei neu gepflanzte Baumreihen. Um den bestehenden knapp 50 Linden bessere Lebensbedingungen zu bieten, sind nun aber breitere Grünstreifen vorgesehen, die gepflasterte Querungen bekommen sollen.

Regionalbusse müssen wieder an den Hauptbahnhof zurück

Die zeitliche Planung sieht vor, ab 2027 die inzwischen 13 Jahre Planung auf aktuellen Stand zu bringen. Mitte 2029 sollen dann die Regionalbusse, die die Straßenmitte als Pausenplatz nutzen, zum neu gebauten Regionalbusterminal am Hauptbahnhof umziehen, sodass dort die Arbeiten für den ersten Bauabschnitt beginnen können. 2030 soll der zweite Abschnitt starten. 2031 soll alles fertig sein, wenn auch die Sanierung des Staatstheaters abgeschlossen ist.

Oberbürgermeister möchte Augsburgern wieder Lust auf Vorhaben machen

Freund begründete die Maßnahme immer damit, dass die Straße einerseits als Tor in die Innenstadt und den Stadtmarkt endlich umgestaltet werden müsse. Andererseits sollten die Augsburger auch wieder einmal sehen, dass die Stadt große Sanierungsmaßnahmen anpacke. Das solle wieder Lust auf große Vorhaben machen. Wie die Fuggerstraße künftig konkret genutzt wird – etwa mit mehr Gastronomie – ist noch ungewiss. Ladengeschäfte gibt es nur an einem Teil der Straße, nachdem dort auch die evangelische Kirche und die Justiz Gebäude nutzen.

So sieht die Augsburger Fuggerstraße aktuell aus.

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So sieht die Augsburger Fuggerstraße aktuell aus.
Foto: Klaus Rainer Krieger

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So sieht die Augsburger Fuggerstraße aktuell aus.
Foto: Klaus Rainer Krieger

Die Stadt geht davon aus, etwa 60 Prozent der förderfähigen Kosten über die Städtebauförderung erstattet zu bekommen. Die Kosten für die Planung sind davon zum Beispiel ausgenommen. Der Gesamtkostenrahmen dürfte bei elf bis 13 Millionen Euro liegen. Neben dem Sparen beim Geh- und Radwegausbau soll auf die Schnelle etwa eine Million Euro aus dem allgemeinen Rücklagentopf der Stadt locker gemacht werden, um mit der Planung zügig voranzukommen.

Hallstraße soll laut Kooperationsvertrag gesperrt werden

Als weiteres städtebauliches Vorhaben hat die Regierungskooperation sich darauf verständigt, die Hallstraße ab 1. September für ein halbes Jahr probeweise zu sperren, um die Auswirkungen auf Verkehrsströme untersuchen zu können. Die Zufahrten zu den Lehrerparkplätzen sollen erhalten bleiben. Auch hier gibt es ein Umsteuern im Vergleich zur Vorgängerregierung. 2025 hatte der Stadtrat beschlossen, die Umwandlung in einen verkehrsberuhigten Bereich mit Schritttempo (“Spielstraße“) ins Auge zu fassen, nachdem es mehr als zehn Jahre Diskussionen gab. Die SPD lehnte das Vorhaben damals als zu kleinmütig ab, die damalige Stadtregierung hatte mit rechtlichen Bedenken und dem Problem von Verkehrsverlagerungen in umliegende Gassen argumentiert.