Unter den Spielerinnen und Spielern, die seit einer Woche in Wimbledon, dem prestigeträchtigsten Tennisturnier der Welt, aufschlagen, dürften einige auch einst die Tennisanlage der TG Rot-Weiss am Bunten Garten betreten haben. Das prominenteste Beispiel ist Alexander Zverev, Deutschlands Nummer eins, der vor genau 15 Jahren bei den NRW Junior Open in Mönchengladbach teilnahm, dort allerdings in der ersten Hauptrunde ausschied – was allen 14-jährigen Tennisspielern Hoffnung machen kann. Immerhin gewann Zverev jüngst die French Open in Paris, seinen ersten Titel bei einem Grand-Slam-Turnier.
Die potenziellen Tennisstars von morgen treffen sich nun ab dem 11. Juli auf der Anlage der TG Rot-Weiss im Norden Gladbachs. Es ist die 16. Auflage der NRW Junior Open, seit das Turnier 2009 neu aufgelegt wurde. Stammtermin für das Jugendturnier ist inzwischen wieder Mitte Juli, was Turnierdirektorin Janka Piliar sehr freut, nachdem das Turnier vor zwei Jahren kurzfristig in den September verlegt worden war.
„Das ist die perfekte Zeit, weil dann genügend Ballkinder und Helfer zur Verfügung stehen. Auch die Spielerinnen und Spieler haben dann Ferien“, sagt Piliar. Der Andrang auf ihr Turnier, das derzeit in der dritthöchsten Turnierkategorie der International Tennis Federation (ITF) geführt wird, sei wie immer groß gewesen. Laut Piliar befinden sich aktuell noch 279 Spieler auf der Warteliste bei den Jungen, zudem stehen dort auch für den Wettbewerb der Mädchen mehr als 200 Namen.
Die Hauptrunde beginnt am Montag, 13. Juli: Jeweils 48 Jungen und Mädchen bis 18 Jahre spielen dann um den Titel, 34 von ihnen sind bereits direkt für das Hauptfeld qualifiziert. Die Qualifikation für die restlichen Plätze wird ab Samstag auf den zehn Sandplätzen am Bunten Garten ausgespielt. Nach dem Meldeschluss gaben die Leistungsklassen den Ausschlag dafür, wer letztlich ins Hauptfeld, in die Qualifikation oder aufgrund der hohen Meldezahlen gar nicht für das Turnier aufgenommen wurde.
„Offen ist noch, ob auch alle Spielerinnen und Spieler kommen. Einige schauen noch, ob sie in das Teilnehmerfeld eines anderen Turniers rutschen, das höher kategorisiert ist und bei dem es mehr Punkte gibt“, sagt Piliar. Änderungen in der Setzliste sind noch bis einen Tag vor Beginn des Turniers möglich. Insgesamt werden jedoch Spielerinnen und Spieler aus mehr als 30 Nationen an dem Turnier teilnehmen. Die Endspiele im Doppel sind für Freitag terminiert, die Finalspiele in den Einzelwettbewerben der Juniorinnen und Junioren für Samstag, 18. Juli.
Aus deutscher Sicht geht das 15-jährige Talent Isabella Angelina Abendroth als Nummer eins der Setzliste bei den Mädchen ins Turnier. Auf Rang acht steht Gloria Reusch. Bei den Jungen ist der 18-jährige Jaron Held auf Position sieben der bestplatzierte Deutsche. Die letzten deutschen Siege gab es 2024, als bei den Mädchen Eva Bennemann und bei den Jungen Jamie Mackenzie gewannen, der inzwischen auf der Profitour unterwegs ist.
Ein Platz auf der Siegerliste der NRW Junior Open ist mit viel Prestige verbunden. Denn die Tradition der Veranstaltung ist enorm: Erstmals 1956 ausgetragen, gehörte das Turnier unter dem Namen German Junior Open ab den 1960er-Jahren zu den Top-Adressen im internationalen Nachwuchstennis. Zahlreiche spätere Stars der Szene schlugen in ihren Jugendjahren in Mönchengladbach auf. So gewannen unter anderem Björn Borg (1969 und 1970), Ivan Lendl (1977), Boris Becker (1982) und Rainer Schüttler (1993) den Wettbewerb der Jungen. In der Konkurrenz der Mädchen siegte 1982 unter anderem auch Steffi Graf.
Neben den gesetzten und gemeldeten Spielern sind in diesem Jahr auch einige regionale Spieler durch Wildcards dabei. Darunter die drei GHTC-Nachwuchsspieler Maximilian Richter, Henry Schmidt sowie Maximilian Matthei, dem Enkelkind von Piliar. Hinzu kommt Benedikt Richter von der TG-Rot Weiss. Bei den Mädchen sind die beiden GHTC-Spielerinnen Lotte Meiborg und Isabel Sanchez sowie Amelie Paterok von der TG Rot Weiss dabei.