Vonseiten des Verteidigungsministeriums in Moskau hieß es, 452 unbemannte Flugobjekte seien über 17 russischen Regionen abgefangen worden. Schäden meldeten unter anderem die grenznahe Region Belgorod und das Industriegebiet Kaluga südwestlich von Moskau. Die Informationen können nicht unabhängig bestätigt werden. Kiew äußerte sich zunächst nicht.

In der westrussischen Stadt Belgorod ist Medienberichten zufolge derweil eine zu Gazprom gehörende Röhrenfabrik in Flammen aufgegangen. Der amtierende Gouverneur der Region, Alexander Schuschajew, schrieb von einem Raketenangriff, nach dem ein Feuer in einem nicht näher benannten Infrastrukturobjekt ausgebrochen sei. Bei dem Angriff sei ein Mensch ums Leben gekommen.

Chemiewaffen: Vereinigtes Königreich geht gegen Russen vor

Weil sie an der Entwicklung tödlicher Chemiewaffen beteiligt gewesen sein sollen, hat Großbritannien mehrere russische Wissenschaftler und Forschungseinrichtungen mit Sanktionen belegt. Wie das britische Außenministerium am Montag mitteilte, richten sich die Maßnahmen gegen sieben Einzelpersonen und zwei Institute. London beschuldigt sie, Gifte hergestellt zu haben, die bei den Anschlägen auf den früheren russischen Doppelagenten Sergei Skripal und dessen Tochter 2018 und den Kreml-Kritiker Alexej Nawalny 2024 eingesetzt worden seien.

Betroffen von den Sanktionen sind das staatliche Forschungsinstitut SC Signal und das staatliche Forschungsinstitut für Militärmedizin GNIII VM. Ferner richten sich die Strafmaßnahmen gegen Direktoren und technische Spezialisten der beiden Institute.

Nawalny war in einer Strafkolonie in Sibirien zu Tode gekommen. Deutschland, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und Schweden beschuldigten Russland im vergangenen Februar nach einer Untersuchung von Gewebeproben, ihn mit einem „seltenen Giftstoff“ namens Epibatidin vergiftet zu haben. Die Skripals überlebten, bei dem Anschlag mit dem Nervengift Nowitschok in England starb aber eine unbeteiligte britische Frau. Die britische Außenministerin Yvette Cooper erklärte zu den Sanktionen, die „wiederholte Verwendung chemischer Waffen durch Russland“ sei „ein abscheulicher Verstoß gegen das Völkerrecht und eine direkte Bedrohung für die globale Sicherheit“.

Soldaten tragen Schutzanzüge während der Ermittlungen zur Vergiftung des Ex-Doppelagent Skripal und dessen Tochter: Mit neuen Sanktionen gegen Russland im Fall Skripal haben die USA der britischen Regierung den Rücken gestärkt.Vergrößern des BildesSoldaten tragen Schutzanzüge während der Ermittlungen zur Vergiftung des Ex-Doppelagenten Skripal und dessen Tochter: Sie waren mit Nowitschok vergiftet worden. (Quelle: dpa)

Viele Tote und Verletzte nach russischem Angriff auf Kiew

Mit neuen schweren Angriffen aus der Luft hat Russland kurz vor dem Nato-Gipfel in der türkischen Hauptstadt Ankara mindestens 21 Menschen in der Ukraine getötet. Allein in der Hauptstadt Kiew seien mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen, teilte die Militärverwaltung der Dreimillionenstadt mit. Diese Zahl dürfte ebenso steigen wie die der Verletzten – derzeit 60 Personen in Kiew. Viele Wohnhäuser sind beschädigt, einige teilweise zusammengefallen.

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