Blomberg-Großenmarpe. Eine durchweg positive Bilanz des vergangenen Jahres hat die Kreisjägerschaft Lippe bei ihrer Jahreshauptversammlung gezogen. Im Mittelpunkt standen laut Pressemitteilung der Jägerschaft die Bildungsarbeit im Rahmen von „Lernort Natur“, der Einsatz für Wild und Lebensraum sowie aktuelle politische Themen rund um Wolf, Afrikanische Schweinepest und Bürokratie.
Zum Auftakt würdigte Landrat Meinolf Haase die vielfältige Arbeit der lippischen Jägerinnen und Jäger. Besonders hob Haase die Kitzrettung mit Drohnentechnik, den Einsatz bei Wildunfällen, die Prävention vor der Afrikanischen Schweinepest und die Bildungsarbeit des „Lernort Natur“ hervor. Mit rund 2100 Mitgliedern sei die Kreisjägerschaft „eine starke Stimme im ländlichen Raum“. Mit Blick auf den Klimawandel sprach der Landrat den Waldumbau zu klimaresilienten Mischwäldern als „Jahrhundertaufgabe“ an, die nur in partnerschaftlicher Zusammenarbeit zwischen Politik, Verwaltung, Forst- und Landwirtschaft sowie Jägerschaft gelingen könne.
Vielfältige Schwerpunkte
In seinem Jahresbericht nannte Vorsitzender Benjamin Schikowski mehrere Schwerpunkte. „Im Mittelpunkt stand das Projekt ,Lernort Natur’: Die Rollende Waldschule der Kreisjägerschaft erreichte im vergangenen Jahr rund 1650 lippische Viertklässler bei den Waldjugendspielen im Teutoburger Wald. Besonderer Dank galt dabei dem zuständigen Obmann Jan Husemann. Darüber hinaus haben die ehrenamtlichen Helfer der Kreisjägerschaft in Kooperation mit dem Verein Save the Kitz in der Mahdsaison 2025 über 1000 Rehkitze vor dem Mähtod gerettet — ein neuer Rekord“, schreibt die Kreisjägerschaft.
Inhaltlich ging Schikowski auf die Themen Wolf, Afrikanische Schweinepest (ASP) und Bürokratie ein. Die Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdgesetz sei ein „wichtiger Schritt“: „Es geht nicht darum, ob der Wolf in unsere Landschaft gehört – er ist schon längst da. Es geht darum, wie wir mit dieser Realität umgehen.“ Zur wachsenden Bürokratie im Waffenrecht mahnte er: „Der rechtstreue Jäger darf nicht unter Generalverdacht gestellt werden.“
Langjährige Mitglieder geehrt
Geehrt wurden langjährige Mitglieder mit der Treuenadel des Deutschen Jagdverbandes: Für 25-jährige Mitgliedschaft Christian Weigert (Hegering Mosebeck), Herbert Strunk (Bad Salzuflen) und Klaudia Hugenberg (Extertal), für 40 Jahre Andreas Runte (Mörth-Niesethal). Die Ehrenurkunde für 65-jährige Mitgliedschaft ging (in Abwesenheit) an Udo Schirneker-Reineke (Vierenberg).
Kreisjagdberater Hermann Kaiser stellte die Streckenliste des Jagdjahres 2024/25 vor. Bemerkenswert: „Der Waschbär hat das Rehwild als häufigstes Jagdwild im Kreis Lippe inzwischen abgelöst — und ein Ende der Steigerungsraten ist nicht absehbar. Diese Entwicklung hat erhebliche Folgen für die heimische Tierwelt, insbesondere für die gesamte Vogelwelt.“
Jan Husemann wurde von der Versammlung einstimmig als Obmann für den „Lernort Natur“ wiedergewählt. Unter seiner Federführung hat sich die Rollende Waldschule der Kreisjägerschaft zu einem festen Erfolgsmodell der lippischen Bildungsarbeit entwickelt.