Ab sofort lenkt Pater Elias Füllenbach (OP) die Geschicke der Dominikanerprovinz des Hl. Albert, die Deutschland und Österreich umfasst. Füllenbach ist den Düsseldorfern bestens bekannt. Hier im Jahr 1977 geboren, wuchs der Ordensmann zunächst nahe der Inselstraße auf („der Hofgarten war meine Spielwiese“), später zog die Familie nach Niederkassel, wo Füllenbach 1996 am Cecilien-Gymnasium sein Abitur machte. Später leitete er gut neun Jahre lang als Prior das Dominikanerkloster in der Altstadt und war vielen Bürgern nicht zuletzt durch seine Messen in der gegenüberliegenden St. Andreas-Kirche bekannt.

Jetzt wurde der 49-Jährige im Wiener Dominikanerkonvent Sancta Maria Rotunda zum neuen Provinzial der Ordensprovinz gewählt. „Ich danke den Brüdern für ihr Vertrauen sehr herzlich und werde versuchen, mein Amt nach bestem Wissen und Gewissen zu erfüllen“, sagte Füllenbach nach seiner Wahl. Der Düsseldorfer folgt Peter Kreutzwald nach, der dieses Amt im Frühjahr aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig niedergelegt hatte. Dessen bisheriger Stellvertreter, Christophe Holzer, wird auch dem neuen Provinzial als Socius zur Seite stehen. Vor der Wahl Füllenbachs hatten die Brüder der Provinz die kanonisch vorgeschriebene „Bittmesse zum Heiligen Geist“ gefeiert und anschließend über die Kandidaten beraten. Wie der Orden mitteilt, sei dann die Abstimmung am darauffolgenden Tag „ganz schnell“ gegangen.

Der neue Ordensobere, der mit vollem Namen Elias Hieronymus heißt, spürte seine Berufung schon als älterer Schüler, trat bald nach dem Abitur in den Orden ein, lebte und studierte in Berlin, Worms, Köln, Bonn und Oxford. 2006 wurde er in Köln zum Priester geweiht. Seine Interessen gehen weit über die Theologie hinaus. So studierte Füllenbach auch Geschichte, Judaistik und Kunstgeschichte. Zuletzt arbeitete er in der Citypastoral an St. Andreas und war Archivar der deutschen Dominikanerprovinz sowie Leiter des „Instituts zur Erforschung der Geschichte des Dominikanerordens im deutschen Sprachraum“ (IGDom).

In seinem wissenschaftlichen Wirken hat sich der Düsseldorfer vor allem mit dem christlich-jüdischen Verhältnis und der Zeit des Nationalsozialismus beschäftigt. Im Auftrag der deutschen Ordensprovinz initiierte er 2016 in Regensburg eine Ausstellung zum 800-jährigen Jubiläum des Dominikanerordens unter dem Titel „Mehr als Schwarz & Weiß“.

Die deutsch-österreichische Dominikanerprovinz des Hl. Albert vereint seit ihrer Gründung im Januar 2024 rund 130 Ordensmänner, das Provinzialat hat seinen Sitz in Mainz. Pater Elias werde aber weiterhin regelmäßig in Düsseldorf anzutreffen sein, betont der Orden.