Hier wurde der Zusammenhalt im Vohwinkeler Westen einmal mehr gepflegt: Beim Sommerfest der Siedlergemeinschaft Bremkamp sorgten mehr als 40 fleißige Helfer dafür, dass die Veranstaltung auf dem Spielplatz Neulandweg ein voller Erfolg wurde.

Die Gäste erlebten dort am vergangenen Samstag ein breit gefächertes Angebot. Es reichte von Kinderschminken über einen gemütlichen Plausch bei Kaffee und Kuchen bis hin zur abendlichen Rockband. Bereits am Nachmittag hatte sich das Spielplatzgelände mit vielen großen und kleinen Besuchern gefüllt. Vom Kleinkind bis zum Senior waren alle Generationen vertreten. Die bunte Feier zeigte, dass der Bremkamp als traditionsreiches und lebendiges Quartier weit mehr als nur ein Wohnort ist.

„Das ist ein Stück Heimat“, betont Ilse Weithe. Sie betrieb früher mit ihrem Mann einen kleinen Supermarkt in der Siedlung. Damals gab es noch andere Geschäfte, ein Postamt und eine Wäscherei. „Es hat sich viel verändert, aber wir haben immer noch eine tolle Gemeinschaft“, erzählt die alteingesessene Siedlerin. Das bestätigt Erna Belz, die schon über 70 Jahre am Bremkamp lebt. „Es ist ein schönes Gefühl, zu wissen, dass der Siedlergedanke an die nächsten Generationen weitergegeben wird“, so die rüstige 92-Jährige.

Dazu gehört Phillis Rey-Romano, die mit ihrer Familie gerade an den Bremkamp gezogen ist. „Wir sind sehr herzlich aufgenommen worden“, berichtet sie. Besonders ihre vier Kinder schätzen die idyllische Umgebung. Auch Dominic Hölscher ist begeistert von der Siedlung. „Das ist ein nettes Miteinander hier“, findet er. Vor zwei Jahren hat der Vohwinkeler ein altes Siedlungshaus erworben und danach energetisch auf den neuesten Stand gebracht.

„Dieses Zusammenspiel von Tradition und Moderne macht den Reiz aus“, erklärt Martin Belz vom Siedlungsvorstand. Durch Anbauten und die Teilung von Grundstücken habe sich das Bild am Bremkamp deutlich verändert. Teilweise werde aber wieder an die alten Gepflogenheiten angeknüpft. So würden Kleintiere gehalten und Bienen angesiedelt.

Im Zentrum steht das Gemeinschaftsgefühl, das auch beim Sommerfest deutlich spürbar war. „Die Bremkamper beteiligen sich ganz selbstverständlich bei den Vorbereitungen und beim Abbau“, freut sich die Vereinsvorsitzende Henrike Malangeri. Auch das Thema Nachhaltigkeit spielte eine wichtige Rolle. „Wir haben extra ein Spülmobil gemietet, sodass wir komplett auf Plastik verzichten können“, berichtet Pauline Hasenclever vom Vorstand.

An diesem Tag ging kaum jemand früh nach Hause. Ab dem Nachmittag sorgten die Banderas Brass Band und eine schottische Formation für Stimmung. Abends heizte die Vohwinkeler Kult-Formation Die Magneten dem Publikum mit vielen Hits ein.

Die Bedeutung der Siedlung wurde auch durch die Präsenz der Politik unterstrichen. Bezirksbürgermeister Andreas Schäfer (SPD) dankte in seiner Eröffnungsrede allen Helfern für ihren Einsatz. „Das ist wirklich vorbildlich“, so Schäfer. Er verwies auch auf den Wetterunterstand auf dem Spielplatz, der nach wie vor der ganze Stolz der Siedlung ist. Dafür hatte die Bezirksvertretung Vohwinkel im vorletzten Jahr 30 000 Euro aus ihren Mitteln des Gemeindefinanzierungsgesetzes (GFG) bereitgestellt. Das Bauwerk entstand in massiver Holzbauweise als Gemeinschaftsprojekt der Siedlung. SPD-Fraktionssprecher Alexander Hobusch hatte noch gute Nachrichten bezüglich der Abwassergebührensatzung im Gepäck: Wie berichtet hat der Stadtrat beschlossen, dass der derzeit bestehende Anschlusszwang an den Regenwasserkanal abgeschafft werden soll. Die entsprechenden Kosten von bis zu 25 000 Euro waren insbesondere Siedlergemeinschaften wie dem Bremkamp ein Dorn im Auge. „Das ist nicht verhältnismäßig“, findet auch Alexander Hobusch. Er hatte sich für das Ende des Anschlusszwangs eingesetzt.