Ein jugendlicher Schwimmer wird von eimem Rettungsschwimmer geborgen.

AUDIO: Syrische Rettungsschwimmer im halleschen Heidebad (2 Min)

Auch Rettungsschwimmer

Stand: 08.07.2026 07:52 Uhr

Nach einer Debatte um eine frühere Einlassregel im Heidebad will die Hallesche Jugendwerkstatt ein neues Angebot aufbauen. Frauen und Mädchen mit Fluchtgeschichte sollen in geschützten Kursen schwimmen lernen. Außerdem sollen Menschen mit Migrationsgeschichte zu Rettungsschwimmern ausgebildet werden.

von MDR SACHSEN-ANHALT

Die Hallesche Jugendwerkstatt will Frauen und Mädchen mit Fluchtgeschichte in geschützten Kursen das Schwimmen beibringen. Außerdem sollen Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte zu Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmern ausgebildet werden.

Mit dem Projekt reagiert die Jugendwerkstatt nach eigenen Angaben auf die Debatte um die frühere Einlassregel im Heidebad in Halle. Unter dem Motto „Nicht ausschließen, sondern befähigen“ will sie Sicherheit in Bädern und gesellschaftliche Teilhabe verbinden. Für das auf drei Jahre angelegte Projekt sollen 144.000 Euro an Spenden gesammelt werden.

Ein Mann in einem Freibad blickt in die Kamera.

Nach Vorwürfen

Nicht-deutschsprachige Badegäste sind im Heidebad Halle zukünftig doch weiterhin willkommen. Nachdem der Betreiber mit einer umstrittenen Einlassregel bundesweit für Kritik gesorgt hat, rudert er jetzt zurück.

Geschützte Schwimmkurse für Frauen und Mädchen

Zunächst richtet sich das Angebot nach Angabend es sozialen Trägers vor allem an Frauen und Mädchen mit Fluchtgeschichte. In den Frauengruppen der Jugendwerkstatt gebe es seit Jahren den Wunsch nach Schwimmkursen in geschützten Räumen. Das sagte Bereichsleiter Hans Goldenbaum MDR SACHSEN-ANHALT: „Die haben oft Angst vor öffentlichen Bädern, weil es Sexismus von Männern oder rassistische Aussagen gibt.“

Viele wollten deshalb in einem geschützten Raum schwimmen lernen. Der zweite Teil des Projekts sieht die Ausbildung von Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte zu Wasserrettern vor. „Wenn auch die Rettungsschwimmer die Vielfalt der Stadtgesellschaft widerspiegeln, kann das Kommunikation erleichtern“, so Goldenbaum.

Reaktion auf Debatte um Einlassregel im Heidebad

Ende Juni hatte der Betreiber des Heidebads bundesweit Kritik ausgelöst. Zunächst wollte er nur noch Badegäste einlassen, die ausreichend Deutsch sprechen, um sicherheitsrelevante Hinweise und Baderegeln zu verstehen. Die Stadt Halle kritisierte die Regel als pauschal und verwies darauf, dass Sicherheitsfragen keine ganzen Bevölkerungsgruppen vom Besuch eines öffentlichen Bades ausschließen dürften.

Nach Gesprächen mit der Stadt nahm der Betreiber die Einlassregel zurück. Künftig will er mehrsprachige Hinweistafeln zu den Baderegeln installieren. Die Jugendwerkstatt sieht dennoch weiter Bedarf: Sprachbarrieren und fehlende Schwimmkenntnisse seien praktische Probleme, die nicht durch Ausschluss gelöst würden.

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