
AUDIO: Wie kann man sich auf eine Genossenschaftswohnung bewerben? (1 Min)
Stand: 08.07.2026 11:10 Uhr
Eine schöne, günstige Wohnung in Hamburg gleicht einem Lottogewinn. Einen deutlichen Vorteil hat, wer Mitglied in einer der Genossenschaften ist. Aber wie kommt man an eine Genossenschaftswohnung – auch ohne Mitgliedschaft?
In Hamburg stellen die rund 30 Genossenschaften ihren Mitgliedern insgesamt 135.000 Wohnungen zur Verfügung. Und das zu günstigen Konditionen: 7,61 Euro kostet der Quadratmeter durchschnittlich.
Genossenschaften: Auch Nicht-Mitglieder haben Chancen
Genossenschaften bieten leere Wohnungen vorrangig ihren Bestandsmitgliedern an. Erst wenn von dieser Seite kein Interesse besteht, haben externe Bewerberinnen und Bewerber Chancen – und die stehen gar nicht mal so schlecht. Laut dem Verein „Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften e.V.“ gehen 40 Prozent der Genossenschaftswohnungen an Nicht-Mitglieder beziehungsweise Neu-Mitglieder. Je nach Genossenschaft sind es sogar noch mehr. Die „Baugenossenschaft Hamburger Wohnen“ gibt an, 50 Prozent ihrer Wohnungen an Neu-Mitglieder zu vergeben. Der „Eisenbahnbauverein Harburg eG“ schätzt, dass es rund 60 Prozent sind. Bei der „mgf Gartenstadt Farmsen eG“ sind es den Angaben zufolge sogar 80 Prozent.
Wer eine Wohnung sucht, kann sich online registrieren. Einige Genossenschaften bieten auf ihren Internetseiten entsprechende Mietinteressentenformulare an. Aus Datenschutzgründen müssen diese Gesuche oft alle paar Monate erneuert werden.
Chancen vor allem in Randlagen
Chancen hat vor allem, wer auch bereit ist, in weniger attraktive Stadtteile zu ziehen. „In besonders begehrten Stadtteilen wie Eimsbüttel oder der Neustadt müssen selbst Mitglieder häufig längere Wartezeiten in Kauf nehmen“, so Matthias Saß von der „Allgemeinen Deutschen Schiffszimmerer-Genossenschaft“, der auch Vorstandsvorsitzender des Vereins Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften ist. „In anderen Lagen bestehen hingegen durchaus Chancen, auch kurzfristig eine Wohnung zu erhalten.“ So nimmt auch die „altoba“ aktuell nur Mietgesuche von Nicht-Mitgliedern für die Regionen Lurup, Niendorf, Osdorf, Schnelsen und Steilshoop entgegen.
Wer passt am besten zur verfügbaren Wohnung?
Bei der Vergabe zählt laut dem Verein Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften nicht allein das Einkommen, sondern vor allem, welcher Haushalt am besten zu der konkret verfügbaren Wohnung passt. So würden Vier-Zimmer-Wohnungen in der Regel vorrangig an Familien mit zwei Kindern vermietet und nicht an Paare ohne Kinder. Persönliche Vorsprachen in den Geschäftsstellen erhöhen die Chancen auf eine bevorzugte Berücksichtigung hingegen nicht. Maßgeblich seien vielmehr das Datum der Antragstellung und die jeweiligen Vermietungsrichtlinien.
Kooperation mit Plattform Immomio
Einige Genossenschaften arbeiten mit der Plattform Immomio zusammen. Dort können Interessentinnen und Interessenten Eckdaten wie die gewünschte Wohnungsgröße hinterlegen. Wenn etwas Passendes frei wird, erhalten sie eine E-Mail. Die Plattform Immomio ermittle dabei für jeden Interessenten ein Scoring, so Ulrich Stallmann von der „Walddörfer Wohnungsbaugenossenschaft“. Daran orientiere man sich bei der Auswahl.
Geringe Fluktuation: Geduld gefragt
Auch wenn Chancen für externe Bewerberinnen und Bewerber existieren – bei der Suche nach einer Genossenschaftswohnung ist Geduld gefragt. Das liegt daran, dass Mitglieder nur selten umziehen. „Im Durchschnitt wohnen unsere Mitglieder rund 16 Jahre in ihrer Wohnung, viele auch deutlich länger“, so Friederike Sterling von der „Baugenossenschaft Hamburger Wohnen“. Auch die übrigen Genossenschaften nennen ähnliche Zeitspannen.
In einigen Stadtteilen wird neu gebaut
Auch wenn das Umfeld für Neubauten gerade nicht einfach ist: Einige Genossenschaften investieren weiterhin in die Vergrößerung ihres Bestands. Die „Baugenossenschaft Hamburger Wohnen“ baut in Barmbek gerade 59 neue Wohnungen mit bis zu sechs Zimmern, fast alle öffentlich gefördert. Sie sind voraussichtlich Anfang 2027 bezugsfertig. Südlich der Elbe baut der „Eisenbahnbauverein Harburg“ gerade 95 neue Wohnungen in der Bremer Straße in Harburg.
Familienmitglieder in der Regel willkommen
Möglicherweise lohnt es sich für Menschen auf Wohnungssuche auch zu prüfen, ob Eltern oder Großeltern bereits Genossenschaftsmitglieder sind. Oft können Kinder, Enkelinnen und Enkel als Mitglieder aufgenommen werden.

Wer ohne Erlaubnis umbaut, riskiert bisher ein Bußgeld von bis zu 30.000 Euro. Das sei zu wenig, finden SPD und Grüne in Hamburg.

Eine Studie zur Wohnsituation in Hamburg zeigt: Viele Mieter erwarten einen starken Anstieg. Dabei gibt jeder Sechste schon jetzt zu viel Geld fürs Wohnen aus.

Im Vergleich zu 2024 ist das ein Rückgang von 28 Prozent. Stadtentwicklungssenatorin Pein begründet das durch zeitversetzte Auswirkungen der Baukrise.