Stand: 08.07.2026 11:27 Uhr

Menja Radke macht ein besonderes FSJ am Hamburger Fundus Theater. Sie steht auf der Bühne, arbeitet hinter den Kulissen und zeigt, wie Inklusion Kultur für alle bereichern kann.

von Annette Yang

In Hamburg absolviert erstmals eine junge Frau mit Trisomie 21 ein Freiwilliges Soziales Jahr Kultur: Die 22-jährige Menja Radke arbeitet seit zehn Monaten im Fundus Theater und gestaltet den Theateralltag mit Unterstützung einer Arbeitsassistenz aktiv mit. Ihre Geschichte zeigt, wie Inklusion im Kulturbetrieb gelingen kann, nicht nur für das Publikum, sondern auch auf der Bühne, hinter den Kulissen und im Team.

Menja Radke steht gerne auf der Bühne

Eine junge Frau mit Trisomie 21 steht mit einer aufblasbaren Gitarre auf der Bühne.

Die 22-jährige Menja Radke arbeitet seit zehn Monaten im Fundus Theater Hamburg und macht ein FSJ.

Aus sich raus gehen ist kein Problem für die 22-jährige Menja Radke. Sie genießt es, auf der Bühne zu stehen. Im Fundus Theater in Hamburg probt sie an einem neuen Stück und das ist etwas ganz besonderes für sie.

Das Stück, was auf die Bühne gebracht wird, heißt „Große Gefühle“ und handelt von den Gefühlen von Kindern. „Verschiedene Künstlerinnen und Künstler, Menja als Tänzerin, aber auch Musiker und Schauspieler bringen diese Gefühle auf die Bühne“, sagt Regisseur Christopher Weymann.

Für das Theaterstück hat Menja sich mit Regisseur Christopher Weymann Tanzschritte überlegt. Um sich die Reihenfolge zu merken, haben die beiden Fotos gemacht und Menja hat sich Stichworte neben jedes Foto geschrieben.

Dario Redecker und eine andere Schauspielerin stehen mit Mikrofonen auf der Bühne und singen.

Noch bis Mittwoch zeigt das Festival Klatschmohn im Kulturzentrum Pavillon, was Theaterschaffende mit Behinderung auf die Bühne bringen.

Menjas bunter Arbeitsplatz im Theater seit September 2025

Eine junge Frau mit Trisomie 21 steht vor einem gefüllten Schreibtisch.

Menja Radke hat am Fundus Theater einen eigenen Arbeitsplatz und viel zu tun.

Seit September arbeitet die 22-Jährige am Fundus Theater, einem Theater für Kinder in Hamburg. Beim freiwilligen sozialen Jahr darf sie hier reinschnuppern und ist stolz auf ihren Arbeitsplatz. Das ist ein bunter Schreibtisch voller Stifte und Zettel. Und ganz wichtig ist Menja ihr Kalender. Auf den hat sie alle wichtigen Termine geschrieben, damit sie den Überblick behält.

Kulturangebot soll alle Menschen ansprechen

Dass Menja hier arbeiten kann, dafür hat sich die Landesarbeitsgemeinschaft Kinder und Jugendkultur eingesetzt. Sie versucht allen jungen Leute ein FSJ zu ermöglichen, die Lust darauf haben, sagt Rebekka Leibbrand von der Arbeitsgemeinschaft. „Ich finde es total wichtig, dass die ganze Gesellschaft sich abbildet, damit wir gemeinsam im Kleinen üben können, wie eine Gesellschaft funktionieren kann. Damit wir mit dem Kulturangebot auch alle Menschen ansprechen.“

Das FSJ endet – die Theaterliebe bleibt

Menja arbeitet täglich im Theater. Sie ist nicht nur Tänzerin, sondern geht auch einkaufen und hilft an der Garderobe. In zwei Wochen ist ihr FSJ am Fundus Theater vorbei. Menja ist schon jetzt ein bisschen wehmütig. „Ich bin richtig traurig, dass ich weggehe. Ich werde hier alles vermissen.“

Regisseur Christopher Weymann versucht sie zu trösten: „Wir sehen uns im November wieder, wenn das Stück ‚Große Gefühle‘ weitergeht.“

Theater hat viel von Menja gelernt

Auch das Theater hat von Menja gelernt. Alle Broschüren erscheinen jetzt in einfacher Sprache, damit viele Menschen sie verstehen können. Menjas Leidenschaft fürs Theater, die hat dieses FSJ auf jeden Fall geweckt.

Riesige weiße Federn schmücken das Bühnenbild. Auf der Bühne ist eine fünfköpfige Band, drei Tänzerinnen und eine Frau, die singt.

1920er-Jahre Expertin Evi Niessner hat die Show mit ihrem Mann erfunden und bereitet sich seit mehr als 30 Jahren darauf vor.

Der Schauspieler Samuel Weiss neben der Schauspielerin Ute Hannig auf einer dunklen Bühne.

Die kleine Spielstätte im Hamburger Schauspielhaus heißt jetzt Realnische 0 und will zukunftsrelevante Themen verhandeln.

Eine Frau mit schwarzen lockigen Haaren, zum Zopf frisiert, blickt in die Kamera. Sie trägt eine Brille und ein buntes Oberteil.

Nicht nur in der Natur – auch die Vielfalt in der Gesellschaft, der Kultur und Arbeitswelt brauche Schutz und Förderung.

Silvia Azzoni, Madoka Sugai und das Ensemble des Hamburg Balletts tanzen in der Inszenierung "Slow Burn".

Das Hamburg Ballett tanzte zuletzt in 30 Jahre alten, umgearbeiteten Kostümen. Auch andere Häuser setzen auf Nachhaltigkeit.