Ein starkes, unabhängiges Europa zwischen Ost und West – das forderte vor bald 80 Jahren der Sozialist und Buchenwald-Überlebende Léon Blum. Heute kehrt seine Idee unter anderen Vorzeichen wieder.

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Artikelzusammenfassung

Léon Blum rief 1947 nach dem Zweiten Weltkrieg Europa als „Dritte Kraft“ ins Leben, um sich zwischen den USA und der Sowjetunion zu positionieren. Die Idee eines geeinten Europas als eigenständige Macht lebt bis heute weiter. Die Gründung der Europäischen Union war ein Schritt in diese Richtung, während der Kalte Krieg die internationale Ordnung prägte. Politiker wie Blum, de Gaulle und Adenauer suchten nach einem unabhhängigen Europa, das sich zwischen den Supermächten behaupten konnte. Heute, in einer Zeit des Umbruchs, wird erneut über die Souveränität und Selbstbehauptung Europas diskutiert.

Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt. Vereinzelt kann es dabei zu Fehlern kommen.

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Léon Blum: Léon Blum (1872–1950) beim Wahlkampf in Paris, 1947

Léon Blum (1872–1950) beim Wahlkampf in Paris, 1947
© David Seymour/​Magnum/​Ostkreuz

Wir wollen weder amerikanisiert noch sowjetisiert werden!«, rief Léon Blum im Oktober 1947 auf einer Versammlung der Sozialistischen Partei in Paris. Damit griff der französische Sozialist eine Idee auf, die in der Luft lag. Europa war von zwei Weltkriegen gezeichnet, die Siegermächte hatten sich verkeilt. Die USA und die Sowjetunion begannen, ihre Einflusssphären abzustecken. Aber noch gab es keine neue internationale Ordnung. Die Länder Europas, fand Blum, sollten sich in dieser Situation zusammenschließen und einen eigenen Weg einschlagen. Im November beschwor er vor der französischen Nationalversammlung Europa als »eine Dritte Kraft« – une troisième force.