Gerangel oder Arbeitsunfall? Oder beides? Fest steht: Nach Austritt von Flusssäure hat ein Mitarbeiter (36) eines Reinigungsmittelbetriebs in Merscheid das Bewusstsein verloren. Wie dpa berichtet, soll Letzterem ein heftiger Streit vorausgegangen sein.

Wie die Feuerwehr zunächst gemeldet hatte, hatte ein Gabelstapler einen mit 1000 Litern Reinigungsmittel gefüllten Behälter umgestoßen. Schätzungsweise 250 Liter seien ausgetreten. Das Mittel enthalte zehn Prozent Flusssäure.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei sollen danach ein 35-Jähriger und der 36-Jährige in der Lagerhalle auf dem Betriebsgelände an der Martinstraße in Streit geraten sein. Der Streit soll zu einem Gerangel eskaliert sein, schilderte ein Sprecher der Polizei die ersten Erkenntnisse. Der 36-Jährige sei im Gefahrenbereich zu Boden gestürzt und dabei mit der ätzenden Flüssigkeit in Berührung gekommen. Wie es zum Austritt der Flüssigkeit auf den Boden kam, müsse ermittelt werden.

Die Feuerwehr hatte Stunden zuvor berichtet, zwei Kollegen des 36-Jährigen hätten den Mann aus der Gefahrenzone gezogen. Dabei seien sie selbst kontaminiert worden.

Alarmiert wurden die Einsatzkräfte am Mittwoch (8. Juli) gegen 11.25 Uhr. „Durch das schnelle Eingreifen der Mitarbeiter konnte die bewusstlose Person unmittelbar nach dem Eintreffen der Einsatzkräfte an den Rettungsdienst übergeben und medizinisch versorgt werden“, erklärte die Feuerwehr weiter. Auch die beiden Ersthelfer seien vorsorglich ins Krankenhaus transportiert worden.

„Positiv wirkte sich aus, dass der Betrieb bereits vor dem Eintreffen der Feuerwehr erste Maßnahmen zur Eindämmung der Gefahr eingeleitet hatte“, loben die Brandschützer: Der Behälter sei bereits wieder aufgerichtet, die ausgetretene Flüssigkeit mit Bindemittel abgestreut worden. Dadurch habe eine weitere Ausbreitung des Gefahrstoffs weitgehend verhindert werden können.

Die Einsatzkräfte erkundeten den betroffenen Bereich unter speziellen Chemikalienschutzanzügen. „Der Einsatz gestaltete sich aufgrund der Gefährlichkeit des Stoffes und der erforderlichen Schutzmaßnahmen entsprechend aufwendig“, so die Feuerwehr.

Laut Polizei wurden die Ersthelfer später als nicht verletzt eingestuft.