Anlass des Flaggentags ist der 30. Jahrestag eines Rechtsgutachtens des Internationalen Gerichtshofs (IGH) in Den Haag vom 8. Juli 1996. Darin stellte der IGH fest, dass die Androhung des Einsatzes und der Einsatz von Atomwaffen grundsätzlich gegen das Völkerrecht verstoßen. Zugleich bekräftigte das Gericht die Verpflichtung aller Staaten, in redlicher Absicht Verhandlungen über eine vollständige nukleare Abrüstung unter strikter und wirksamer internationaler Kontrolle zu führen und erfolgreich zum Abschluss zu bringen.

Vor dem Hintergrund der aktuellen sicherheitspolitischen Entwicklungen und einer zunehmenden Bedeutung von Atomwaffen in der internationalen Politik gewinnt diese Botschaft erneut an Aktualität. Nach Schätzungen des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI verfügen die neun Atomwaffenstaaten weiterhin über mehr als 12.000 Atomsprengköpfe. Friedensforscherinnen und Friedensforscher warnen zugleich vor einem neuen nuklearen Wettrüsten.

Bürgermeisterin Dr. Alexandra Sußmann: „Die Abrüstung bleibt das zentrale Ziel. Noch immer bedrohen mehr als 12.000 Atomsprengköpfe die Existenz der Menschheit. Gerade angesichts der aktuellen sicherheitspolitischen Herausforderungen dürfen wir das Ziel der nuklearen Abrüstung nicht aus den Augen verlieren. Mit dem Entrollen der Mayors-for-Peace-Flagge setzen wir in Stuttgart ein sichtbares Zeichen für Frieden und gegen ein neues atomares Wettrüsten.“

Sußmann weiter: „Ein Rückschritt bei der nuklearen Rüstungskontrolle ist nicht hinnehmbar. Wir unterstützen alle Bemühungen, die zu einer nachhaltigen nuklearen Abrüstung beitragen.“

Mit dem Flaggentag erinnern die Mitgliedsstädte der Mayors for Peace zugleich an das Schicksal der Überlebenden der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki, der sogenannten Hibakusha. Ihr Appell, dass sich eine solche Katastrophe niemals wiederholen darf, bleibt auch heute von großer Bedeutung.