Die Buslinie 38 von Bergheim nach Inningen bleibt das Sorgenkind der Bergheimer. Zwar haben die Stadtwerke einen Großteil der Verspätungsprobleme durch Einsatz eines dritten Busses entschärft – aber noch immer bleiben Fahrgäste an den Haltestellen stehen, weil die Busse überfüllt sind oder weil die Fahrer Haltestellen auslassen, um Zeit zu sparen, berichten Fahrgäste.
Probleme mit der Pünktlichkeit und zahlreiche Beschwerden der Anwohner
Seit dem 20. April fahren auf der Linie jetzt drei Busse, obwohl sich am Takt nichts geändert hat. Vorausgegangen waren der Entscheidung der Stadtwerke große Probleme mit der Pünktlichkeit und zahlreiche Beschwerden der Anwohner. Grundsätzlich ist die Linie seit Jahren extern an private Busunternehmen vergeben, doch um nun schnell nachzusteuern, hat die Stadt die Stadtwerke mit dem Zusatzfahrzeug beauftragt. Für die Kosten der bis zu den Sommerferien befristeten Maßnahme kommt die Stadt auf.
Nach Angaben der Stadtwerke hat sich die Situation auf der Linie 38 durch den Einsatz des dritten Busses wie erwartet deutlich stabilisiert. Der zusätzliche Bus dient vor allem als Puffer an den Endhaltestellen. Bislang kamen die Fahrzeuge wegen Verspätungen auf der Strecke bereits verspätet an und starteten dadurch auch ihren nächsten Umlauf zu spät. Auf der folgenden Fahrt bauten sich wegen der bekannten Probleme – zusätzlicher Tempo-30-Regelungen und enger, teils durch Hindernisse blockierter Fahrbahnen – weitere Verzögerungen auf. Die Verspätungen summierten sich dadurch über mehrere Umläufe hinweg.
Der Dritte Bus hat die Verspätungskette unterbrochen
Mit dem dritten Bus werde diese Kette nun unterbrochen: Zwar träfen die Busse weiterhin mit Verspätung an den Endhaltestellen ein, den nächsten Umlauf könne aber bereits das Zusatzfahrzeug pünktlich übernehmen. Eine Änderung des Fahrplans habe es nicht gegeben. Den Eindruck, die Fahrer würden nun schneller fahren, wie manche Fahrgäste vermutet hatten, weisen die Stadtwerke zurück. Dies würde bedeuten, dass sich die Fahrer über die Straßenverkehrsordnung hinwegsetzen oder zuvor bewusst langsam gefahren wären – beides treffe nicht zu.
„Die Busse sind jetzt wirklich wesentlich pünktlicher, aber was ist, wenn die Maßnahme zu den Sommerferien ausläuft“, will die Bergheimerin Gertraud Buchroth wissen. Die Seniorin hatte sich im Frühjahr bei den Stadtwerken beschwert und dabei auch eine Unterschriftenliste vorgelegt, auf der etliche Bergheimer unterschrieben haben. Sie fürchtet, dass die Probleme ohne den dritten Bus wieder von vorne losgehen könnten.
Arge Vorsitzende gibt noch keine Entwarnung
Nach Einschätzung der Bergheimer Arge-Vorsitzenden Verena Hölzle hat sich die Lage auf der Linie 38 zwar verbessert, Entwarnung gibt sie aber nicht. „Die Verspätungen haben auf jeden Fall abgenommen“, sagt sie. Der zusätzliche Buseinsatz mache sich bemerkbar. „Es ist auf jeden Fall deutlich besser geworden.“ Dennoch sei „das Thema nicht erledigt“. Immer wieder werde ihr von Verspätungen und sogar Ausfällen berichtet.
Eltern erzählten ihr, dass Busse vorzeitig nach Inningen abbiegen oder Schulkinder an Haltestellen zurückbleiben, weil die Fahrzeuge überfüllt seien oder „wirklich direkt vor der Nase wegfahren“. Die Folge: „Ganze Kolonnen an Elterntaxis“ würden die Kinder mittags abholen. Große Sorgen bereitet Hölzle zudem die Parksituation. Die Bergheimer Hauptstraße und die Bergheimer Straße in Inningen seien „so zugeparkt, dass da keiner durchkommt“. Betroffen seien nicht nur die Busse. Nach Rückmeldungen der Feuerwehr hätten auch Einsatzfahrzeuge Probleme, die Straßen zu passieren, ebenso wie Landwirte mit ihren Zugmaschinen. Deshalb fordert Hölzle weitere Halteverbote und nachhaltige Lösungen für die Verkehrssituation.