Schon in wenigen Jahren

Bericht: VW will Werk in Hannover schließen

Aktualisiert am 09.07.2026 – 10:16 UhrLesedauer: 2 Min.

Schriftzug von VW Nutzfahrzeuge (Symbolbild): Der Transporterhersteller aus Hannover will Kosten senken und die Rendite steigern.Vergrößern des Bildes

Schriftzug von VW Nutzfahrzeuge (Symbolbild): Der Transporterhersteller aus Hannover will Kosten senken und die Rendite steigern. (Quelle: Schöning/imago-images-bilder)

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Dem Werk von Volkswagen Nutzfahrzeuge in Hannover droht offenbar das Aus. Berichten zufolge plant der Konzern mehrere Werksschließungen in Deutschland.

Jetzt könnte alles ganz schnell gehen. Nach Medienberichten soll das VW-Werk in Hannover bald schließen. Wie der „Spiegel“ unter Berufung auf Aufsichtsratskreise berichtet, will Europas größter Autobauer in den kommenden Jahren vier deutsche Standorte dicht machen. Demnach soll die Produktion in Hannover 2032 enden.

Den Plänen zufolge würden zunächst die Werke in Zwickau und Emden geschlossen. Zwei Jahre später wäre das Werk in Hannover an der Reihe. Als vierter Standort soll 2034 das Audi-Werk in Neckarsulm folgen. In den vier betroffenen Werken arbeiten nach Angaben des Magazins rund 40.000 Menschen.

Bis 2030: VW will rund 50.000 Arbeitsplätze abbauen

Die Werksschließungen sind dem Bericht zufolge Teil eines deutlich größeren Sparkurses. Bis 2030 will Volkswagen demnach weitere 50.000 Arbeitsplätze abbauen. Zuvor hatte bereits das „Manager Magazin“ berichtet, der Konzern prüfe sogar den Abbau von insgesamt 100.000 Stellen.

Über die Pläne soll am Donnerstag der Aufsichtsrat beraten. In dem Gremium sitzt auch das Land Niedersachsen, das rund 20 Prozent der Stimmrechte an Volkswagen hält. Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) und seine Stellvertreterin Julia Willie Hamburg (Grüne) gehören dem Aufsichtsrat ebenso an wie zehn Arbeitnehmervertreter.

Nach Informationen der „Wirtschaftswoche“ würde die Landesregierung einer Umnutzung der betroffenen Werke grundsätzlich nicht im Weg stehen. Voraussetzung sei allerdings, dass die Standorte eine wirtschaftliche Zukunftsperspektive erhalten.

Bisherige Sparmaßnahmen reichen offenbar nicht

Ob der Vorstand seine Vorschläge in dieser Form durchsetzen kann, gilt als fraglich. Arbeitnehmervertreter und das Land Niedersachsen verfügen im Aufsichtsrat gemeinsam über eine Mehrheit. Kampfabstimmungen sind bei Volkswagen zudem ungewöhnlich – Entscheidungen werden dort meist im Konsens getroffen.

Bereits Ende 2024 hatte Volkswagen nach einem heftigen Tarifkonflikt mit der IG Metall ein umfangreiches Sparpaket vereinbart. Betriebsbedingte Kündigungen wurden damals ausgeschlossen. Der Stellenabbau sollte stattdessen über Altersteilzeit und Abfindungsprogramme erfolgen. Nach Unternehmensangaben haben inzwischen mehr als 37.000 Beschäftigte entsprechende Vereinbarungen unterschrieben.

Volkswagen-Chef Oliver Blume hatte zuletzt erklärt, die bisherigen Sparmaßnahmen reichten angesichts von Zöllen, geopolitischen Krisen und wachsendem Wettbewerbsdruck nicht mehr aus. Das Geschäftsmodell des Konzerns müsse grundlegend angepasst werden. Volkswagen selbst hat die im „Spiegel“ genannten Schließungspläne bislang nicht offiziell bestätigt.