Die Weiterentwicklung: FP-1(ER)

Die ukrainische Drohne Fire Point FP-1 kann tief in feindlichem Gebiet zuschlagen: technologische Entwicklungen unter dem Druck des Krieges.Vergrößern des BildesDie ukrainische Drohne Fire Point FP-1 (Archivbild): Eine Weiterentwicklung kann Ziele bis zu 3.400 Kilometer im russischen Hinterland erreichen. (Quelle: Valentyn Ogirenko)

Im Juni attackierten die ukrainischen Streitkräfte St. Petersburg während eines internationalen Wirtschaftsforums. Daneben gab es Angriffe auf Ziele in und um Moskau. „Der militärische Wert einer Drohne bemisst sich nicht mehr allein an ihrer Fähigkeit, einen Panzer zu zerstören oder eine Kampfstellung anzugreifen, sondern an ihrem Potenzial, eine Brücke, eine Fähre, ein Treibstofflager oder ein Luftabwehrsystem auszuschalten“, so Experte Mossad: Und weiter: „Drohnen sind mittlerweile Teil eines umfassenderen Krieges gegen logistische Netzwerke – und nicht mehr nur gegen militärische Ziele.“

Beim jüngsten Angriff auf die wichtige Ölraffinerie im sibirischen Omsk kam nach Einschätzung von Beobachtern eine Weiterentwicklung des ukrainischen Herstellers Fire Point zum Einsatz: Sie trägt den Namen FP-1(ER). Die Ergänzung ER ist entscheidend: Das Kürzel steht für Extended Range, erweitere Reichweite.

Aufnahme einer Drohne vom Typ FP-1(ER), wie sie in Omsk eingesetzt worden sein soll.Vergrößern des BildesAufnahme einer Drohne vom Typ FP-1(ER), wie sie in Omsk eingesetzt worden sein soll. (Quelle: https://x.com/GrandpaRoy2/status/2074617542883373108)

Aufnahmen der FP-1(ER) zeigen verlängerte Flügel und mit zusätzlichen Tanks. Dadurch sind längere Flugzeiten möglich. Bestückt werden kann die Drohne mit Sprengsätzen mit einem Gewicht von bis zu 105 Kilo. Der Vorteil der FP-1(ER): Sie schaffen laut Militärexperten bis zu 3.400 Kilometer Reichweite. Ihr Nachteil: Die Drohnen fliegen langsam und können von den russischen Aufklärungsflugzeugen aufgespürt werden.

Die FP-1 wurde erstmals im Mai vergangenen Jahres vorgestellt und kam bereits kurz darauf bei einem Angriff auf den russischen Militärflugplatz Marinowka nahe Wolgograd zum Einsatz. Seither wurde die Drohne stetig weiterentwickelt. In der Variante FP-2 kann die Waffe laut Militärbloggern mit einem Sprengsatz von bis zu 200 Kilogramm ausgestattet werden. Der Nachteil: Das hohe Gewicht verringert die Reichweite.

„Zu den jüngsten Entwicklungen gehören neue Navigations- und Zielfähigkeiten – einschließlich Elementen, die mit künstlicher Intelligenz (KI) verknüpft sind –, doch genauere Einzelheiten werden vorerst geheim gehalten“, erläuterte Militärexperte Marco Mossad.

Bilanz

Die neuen Langstreckendrohnen verändern die strategischen Fähigkeiten der ukrainischen Streitkräfte. „Die neuen Drohnen sind zwar nicht so zerstörerisch wie eine Rakete, können aber weit hinter die Frontlinie vordringen und tragen eine Sprengladung, die ausreicht, um ein logistisches Ziel auszuschalten“, so Drohnen-Experte Marco Mossad.