Die Teilnahme des deutschen Handball-Rekordmeisters THW Kiel an einem Vorbereitungs-Turnier in Torshavn (Färöer Inseln) ist in den Fokus der Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) gerückt.

Die GRD hat den Klub von der Ostsee in einem offiziellen Statement scharf kritisiert. Grund ist, dass der THW Kiel vom 13. bis 16. August an der Erstauflage des „Wenzel Nordic Cups“ teilnimmt. Spielort ist Torshavn, wo jedes Jahr eine Treibjagd auf Grindwale, Weißseiten-Delphine und Große Tümmler stattfindet. Vorsitzender der GRD ist der deutsche Schauspieler Sigmar Solbach (79), bundesweit bekannt vor allem durch seine Hauptrolle in der TV-Serie „Dr. Stefan Frank – Der Arzt, dem die Frauen vertrauen“.

Handball: Delphin-Retter gehen auf THW Kiel los

Die GRD schreibt in ihrem Statement, dass „die Inselgruppe steht seit Jahrzehnten aufgrund der alljährlichen Tötungen von hunderten Delphinen international in der Kritik“ stehe. Die Gesellschaft „fordert den THW Kiel daher auf, sich seiner Vorbildfunktion bewusst zu sein, die Teilnahme am Wenzel Nordic Cup zu überdenken und nicht ungewollt zur Image-Profilierung der Färöer-Inseln beizutragen“.

Foto: Dyn

Solbach spielt in der scharfen Kritik auf das Kieler Engagement bei der Initiative „För de Küste“ an. Der Schauspieler: „Wer sich öffentlich für den Schutz der Meere einsetzt, sollte vermeiden, einer Veranstaltung auf den Färöer-Inseln eine internationale Aufmerksamkeit zu verleihen, solange dort Jahr für Jahr Weißseitendelfine, Große Tümmler und Grindwale zu Hunderten brutal geschlachtet werden.“

Der Schauspieler Sigmar Solbach ist Vorsitzender der GRD

Der Schauspieler Sigmar Solbach ist Vorsitzender der GRD

Foto: Robert Gongoll

Der THW Kiel hat auf die Kritik der GRD bereits reagiert. Geschäftsführerin Anja Niemann äußerte sich gegenüber der Plattform „Handball-World“. Sie sagt, dass die Teilnahme am Turnier „ausschließlich sportlich motiviert und dem Handball gewidmet“ ist.

Niemann weiter: „Wir erkennen das Engagement der GRD für den Schutz von Meeressäugern ausdrücklich an. Mit unserem ‚För de Küste‘-Projekt hätten wir dem Verein in unserem Netzwerk für den Meeresschutz eine nachhaltige und reichweitenstarke Plattform für sein Engagement bieten können.“ Jedoch sei „ein wirklich sach- und lösungsorientierter Dialog mit der GRD leider nicht gelungen, denn bedauerlicherweise fanden unsere Erläuterungen und das Angebot nach einem konstruktiven Austausch kein Gehör“.