
AUDIO: Theater im Juli 2026: Die Highlights in Sachsen, Sachsen-Anhalt & Thüringen (6 Min)
Unsere Empfehlungen
Stand: 09.07.2026 13:56 Uhr
Im Juli 2026 gibt es in Halle, im Harz und in der Altmark viele Gründe für einen Theaterbesuch. In Schönebeck startet wieder der Operettensommer, dieses Jahr mit „Wiener Blut“. In den Harzer Höhlen geht es mit Jules Verne auf zu einer „Reise zum Mittelpunkt der Erde“. In Arendsee gibt es einen Krimi-Klassiker von Alfred Hitchcock, in Naumburg werden Herzen im Schwimmbad weich und in Halle gibt es Schabernack. Hier unsere monatlich aktualisierten Empfehlungen – mit Terminen und Adressen, damit Sie kein Highlight verpassen!
Hitchcock in der Altmark: „Die 39 Stufen“ im Kloster Arendsee
In Stendal wird ein Thriller gekonnt in eine Komödie verwandelt. Auf der Klosterbühne Arendsee spielt das vierköpfige Ensemble aus Stendal Hitchcocks Film „Die 39 Stufen“ nach: In Richard Hannys Wohnung wurde eine Frau ermordet. Für die Polizei ist er natürlich verdächtig. Also flieht er nach Schottland, wo er hofft, dem Hinweis mit den 39 Stufen auf den Grund gehen zu können. Die Inszenierung von Urs Schleiff folgt zunächst der Handlung des Films. Kritikerin Anna Lisa Oehlmann schreibt in der „Volksstimme“ dazu: „Urs Schleiff gelingt eine dynamische, punktgenaue Erzählweise, die den Zuschauer von Anfang bis Ende wunderbar zu unterhalten vermag“.

Die Inszenierung in Arendsee setzt perfekte Pointen.
Dabei lässt er seine Spielerinnen und Spieler immer wieder aus der Rolle fallen und das Geschehen kommentieren. Der Abend lebt so vor allem von der Energie des Ensembles, das immer wieder in andere Rollen schlüpfen und Gegenstände auf der Bühne verwandeln lassen kann, wie beispielsweise einen Kleiderbügel in den Steuerknüppel eines Flugzeugs. „Ein kurzweiliger, unterhaltsamer Abend, der das Publikum in vielen Momenten zum Lachen bringt“, findet Kritikerin Oehlmann.
Weitere Informationen
„Die 39 Stufen“ nach John Buchan und Alfred Hitchcock
Adresse:
Klosterbühne
Am See 3
39619 Arendsee
Termine:
1. Juli, 20 Uhr
5. Juli, 16 Uhr
8. und 9. Juli, 20 Uhr (Ausverkauft)
15. bis 18. Juli, jeweils 20 Uhr (Restkarten)
19. Juli, 16 Uhr (Restkarten)
Musiktheater in Schönebeck: „Wiener Blut“ beim Operettensommer
Johann Strauss ist ein Meister der Wiener Operette, die genau von dem einzigartigen Temperament der österreichischen Metropole geprägt ist. Sein Stück „Wiener Blut“ hat er jedoch nie vollendet. Das hat später Adolf Müller übernommen, der für die Musik bekannte Melodien des Komponisten nutzte. Die Geschichte ist so verworren, wie es sich für eine Operette dieser Zeit gehört: Es gibt viele Verwechslungen und viel Eifersucht. Gabriele hat den Grafen Zedau geheiratet, doch für die Wienerin ist dieser Mann etwas zu lahm. Darum zieht sie vorerst zurück in ihre Stadt. Der Graf nutzt diesen Freiraum, um eine Affäre mit einer Tänzerin anzufangen und versucht dann auch noch, eine Beziehung mit der Freundin seines Kammerdieners anzubahnen.
Als seine Frau davon hört und zurückkommt, nimmt das Unheil seinen Lauf: Viele Leute besuchen die Villa und kaum einer weiß noch, wer wer ist. Schließlich kommt es zum Showdown, als es fast mit der Neuen klappt, aber der Graf von allen erwischt wird. Das Stück „Wiener Blut“ steht dieses Jahr auf dem Spielplan des Schönebecker Operettensommers, der sich seit Jahren einen guten Ruf aufgebaut hat: Wer die Operette und das Freilufttheater liebt, ist hier gut aufgehoben.
Weitere Informationen
„Wiener Blut“ von Johann Strauss
Adresse:
Freilichtbühne Bierer Berg
Bierer Berg 1
39218 Schönebeck (Elbe)
Termine:
1. bis 5. Juli, jeweils 16 Uhr
8. bis 12. Juli, jeweils 16 Uhr
15. bis 19. Juli, jeweils 16 Uhr
22. bis 26. Juli, jeweils 16 Uhr
Fassung für Kinder:
5. Juli, 11 Uhr
Sommertheater in Halle: „Trickster“ auf Burg Giebichenstein
Sie sind ein Ärgernis, aber ohne sie wären das Leben und die Geschichten darüber auch sehr langweilig: Trickster. Der Begriff bezeichnet einen Archetypen, eine Figur, die in Geschichten auf der ganzen Welt vorkommt. Am besten hat ihre Rolle vielleicht Mephisto in Goethes „Faust“ zusammengefasst: „Ich bin der Geist, der stets verneint!“ und „stets das Böse will und stets das Gute schafft.“ Andere berühmte Verkörperungen sind wohl Shakespeares Puck oder Loki aus der nordischen Mythologie (und den Marvel-Filmen). Sie sind Geister, die gerne Chaos stiften. Damit wollen sie nicht unbedingt alles kaputt machen oder für Leid sorgen – auch wenn es manchmal so scheint. Aber wenn immer alles läuft wie vorgesehen, dann wäre es auch sehr langweilig. Die hallesche Theatergruppe Konsortium Luft und Tiefe hat sich mit den Trickstern intensiv beschäftigt und bringt ihre Geschichten auf die Bühne der Oberburg Giebichenstein.
Weiter Informationen
„Trickster“
Adresse:
Oberburg Giebichenstein
Seebener Straße 1
06114 Halle
Termine:
22. bis 26. Juli, jeweils 20 Uhr
29. bis 31. Juli, jeweils 20 Uhr
Schauspiel im Harz: „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“
Voller Überraschung findet Professor Otto Steinbrock in einem Buch seines Schülers Alexander von Humboldt einen Zettel, der einen Weg zum Mittelpunkt der Erde weist. Das kann der Forscher nicht einfach so stehen lassen. Er packt seine Sachen, sucht sich Unterstützung und begibt sich auf eine abenteuerliche Reise in eine fremde Welt. „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ ist einer der großen Klassiker von Jules Verne. Der Autor gilt als Vorläufer der Science-Fiction und so lebt auch diese Geschichte von ungewöhnlichen Begegnungen und viel Fantasie. Im Juli wird der Roman für die Baumannshöhle inszeniert. Das passt natürlich ideal, denn die zerklüfteten Wände bieten die perfekte Kulisse für diese unerhörte Reise.

Die Harzer Höhlen bieten die perfekte Kulisse für den Jules-Verne-Klassiker.
Weitere Informationen
„Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ nach Jules Verne
Adresse:
Baumannshöhle Rübeland
Blankenburger Straße 36
38889 Rübeland
Termine:
16. und 18. Juli, 16:30 Uhr
Sommertheater in Naumburg: „Nichtschwimmer“ am Marientor
Es ist ein besonderer Moment, wenn man endlich schwimmen kann. Doch der Weg dahin kann weit sein. Das weiß Uschi Benis besonders gut, denn sie arbeitet als Schwimmlehrerin. Und sie füllt diese Aufgabe, noch geprägt von den harten Erziehungsidealen der DDR, mit viel Strenge aus. Ihr Schwimmbecken ist unter dem Naumburger Marientor aufgebaut und bietet dem Publikum viel Platz. Mit ihrer neuen Gruppe hat sie es allerdings nicht leicht: Da sind zunächst der sehr männliche Sportlehrer, der nicht schwimmen kann, ein Influencer, der eine Show für seine Follower aufziehen will und die Schauspielerin, die sich während der Schwimmstunde immer wieder in große Rollen aus Shakespeares Dramen träumt, wie Ophelia (die sich selbst ertränkt hat) oder Miranda (die auf einer Insel festsitzt).

Vier eigenwillige Charaktere wollen in Naumburg Schwimmen lernen.
„Natürlich sind alle vier Nichtschwimmer drollige Figuren, die spielerisch gekonnt gezeichnet werden. Keine davon ist bloße Karikatur oder wird ausgestellt. Wärme bestimmt trotz aller Turbulenzen den Grundton der Inszenierung“, freut sich Kritiker Tobias Prüwer bei „Der deutschen Bühne„. Die vierte Figur wird dann besonders wichtig: Denn der neurotische Looser-Typ schafft es allmählich auch, die harte Schale der Schwimmlehrerin zu brechen. „Das überzeugt als konsequent durchgezogene Komödie, als Theater, vor dem niemand Angst haben muss“, so Prüwer.
Weitere Informationen
„Nichtschwimmer“ von Stefan Neugebauer
Adresse:
Marientor
Marienplatz 11
06618 Naumburg
Termine:
1. Juli, 20:30 Uhr
3. bis 5. Juli, 20:30 Uhr
9. bis 11. Juli, 20:30 Uhr
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