Bielefeld. An der Sudbrackschule (Schildesche) und der Martinschule (Gadderbaum) sind im September 2025 die ersten Schulstraßen in Bielefeld eingerichtet worden – für ein Jahr. Danach soll entschieden werden, ob das Pilotprojekt Zukunft hat und dauerhaft umgesetzt wird. „Wir werden bis zur Entscheidung keine Schilder abmontieren“, sagt Patrick Kühn.

Gemeinsam mit Mareike Honerkamp ist der Mitarbeiter des Amtes für Verkehr zur Sitzung der Schildescher Ortspolitiker gekommen, um erste Ergebnisse vorzustellen. Insgesamt gebe es – auch in Gadderbaum – eine „hohe Zufriedenheit“ mit den Schulstraßen, die bei Eltern mit den Noten „Sehr gut“ oder „Gut“ bewertet werden.

Seit rund neun Monaten dürfen in die Klarhorststraße und den unteren Teil der Deckertstraße an Schultagen von 7.15 bis 8.15 Uhr keine Autos mehr fahren. Stattdessen sollen die Kinder zu Fuß, mit dem Bus oder dem Rad kommen. Um „Elterntaxis“ zu vermeiden, sind Elternhaltestellen eingerichtet worden. „Die Haltestellen an der Apfelstraße in Höhe der Jugendverkehrsschule und der Bünder Straße sind zu wenig bekannt und werden deshalb kaum genutzt“, sagt Honerkamp. „Sie werden nicht so angenommen, wie wir es erhofft haben.“

Mehr zum Thema: Bielefelds erste Schulstraße eingerichtet: So lief es am ersten Tag

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Kritik an Standorten der Elternhaltestellen


An der Sudbrackschule kommen Schülerinnen und Schüler jetzt auch häufiger mit dem Rad. - © Sylvia Tetmeyer

An der Sudbrackschule kommen Schülerinnen und Schüler jetzt auch häufiger mit dem Rad.
| © Sylvia Tetmeyer

Auch wüssten einige Eltern nicht, dass sie an den Haltestellen nicht parken dürfen, um ihre Kinder dann in den Klassenraum zu bringen. „An den Elternhaltestellen werden die Kinder nur herausgelassen“, betont die Mitarbeiterin des Amtes für Verkehr. Es habe Kritik an der Lage der Haltestellen gegeben. Bei der ersten Auswertung habe jedoch eine leichte Steigerung beim Fuß- und Radverkehr festgestellt werden können.

In Gadderbaum ist die Elternhaltestelle „nunmehr bei allen Eltern der Martinschule bekannt“, teilt das Amt für Verkehr mit. Leider habe aber auch hier die Nutzung durch die Maßnahme nicht gesteigert werden können. Vielmehr sei ein Rückgang zu verzeichnen. Dabei werde die Elternhaltestelle grundsätzlich als gut bewertet. Die Anzahl der Elterntaxis sei auf einem rückläufigen Niveau. Die subjektive Wahrnehmung der Verkehrssituation habe sich in beiden Stadtteilen stark verbessert.

Lesen Sie auch: Bielefelds sichere Schulwege bleiben oft nur ein Plan

Die Bezirksvertreter in Schildesche wiesen darauf hin, dass die Verkehrssituation an der Sudbrackstraße durch die Baustellensituation erschwert sei. Häufig werde in den Parkbuchten unmittelbar an der Sudbrackstraße geparkt. Dies führe zu gefährlichen Situationen beim Ein- und Aussteigen. Mareike Honerkamp teilt mit, dass es für das Befahren der Schulstraße Klarhorststraße viele Ausnahmegenehmigungen gebe – für Anwohner, Lehrer und Handwerker.  

Erfolge lassen sich nicht wegdiskutieren

„Auch Eltern brauchen sichere Schulwege. Die Elternhaltestellen müssen besser platziert werden, damit sie auch angenommen werden“, sagt Ruth Wegner (Grüne). „Die Entfernung zur Schule ist bewusst so gewählt worden“, erläutert Honerkamp. Schließlich würden die Schülerinnen und Schüler dadurch die Verkehrsregeln lernen. Nicht zuletzt würden soziale Aspekte eine große Rolle spielen, indem sich die Schüler auf dem Weg treffen und gemeinsam zur Schule gehen. Steve Kuhlmann (CDU): „Es gibt deutliche Erfolge. Die lassen sich nicht wegdiskutieren.“