Besetzte Halbinsel in der Krise

Ukraine attackiert Krim-Tanker – Jetzt reagiert Putin

09.07.2026 – 17:08 UhrLesedauer: 3 Min.

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Angriff auf russischen Krim-Tanker: Russland setzt solche Schiffe zum Transport von Treibstoff über das Asowsche Meer auf die besetzte Halbinsel ein. (Quelle: Screenshot YouTube / Ukrainian Military YouTube)

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Mit Drohnenangriffen legt die Ukraine Tanker im Asowschen Meer lahm und zielt auf Russlands Nachschub zur Krim. Auf der Halbinsel wachsen Engpässe bei Strom und Treibstoff.

In der Nacht zum Donnerstag hat die Ukraine 14 russische Schiffe im Asowschen Meer angegriffen. Darunter waren zwölf Tanker, ein Frachtschiff und ein Schlepper. Insgesamt wurden laut ukrainischen Angaben in den vergangenen vier Tagen 35 Schiffe getroffen, die vor allem Treibstoff zur Krim transportieren und teils zur russischen „Schattenflotte“ gehören. Die Angriffe sind Teil einer gezielten Kampagne, um die russische Logistik und Versorgung der besetzten Halbinsel zu stören.

Die ukrainischen Streitkräfte setzen dabei auf Drohnen, die gezielt die Decks und Treibstofftanks der Schiffe angreifen. Laut Robert „Magyar“ Browdi, Kommandeur der ukrainischen Unmanned Systems Forces (USF), handelt es sich bei den getroffenen Schiffen um sanktionierte Tanker, die Russland zur Umgehung internationaler Sanktionen nutzt. Zu den getroffenen Schiffen gehören die Tanker „Chelsea-6“, „Aura“ und „Sonar-1“. „Die Schattenflotte der Würmer wird dünner“, kommentierte Browdi die Angriffe, und meinte mit „Würmer“ offensichtlich die Russen.

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Laut Beobachtern handelt es sich bei den getroffenen Tankern um Binnenschiffe, die Schweröl, Diesel und Raffinerieprodukte von Raffinerien im Landesinneren über den Wolga-Don-Kanal nach Rostow am Don und Taganrog und dann über das Asowsche Meer transportieren. Dort werden die Produkte auf größere Tanker transferiert, die sie dann international weiter verschiffen.

Laut dem Marine-Experten Sven-Erik Volberg gehören diese Binnenschiffe ausdrücklich nicht zur „Schattenflotte“. Seinen Angaben zufolge besaß Russland vor der Angriffsserie der Ukraine bis zu 120 dieser Schiffe im Süden des Landes. Die gesamte Flotte an russischen Binnenschiffen dürfte Volberg zufolge zwischen 250 und 350 lliegen.

Putins Maßnahmen zur Versorgung der Krim

Die jüngsten Angriffe haben die Versorgungslage auf der Krim weiter verschärft. In mehreren Regionen der Halbinsel, darunter Dschankoj, Krasnoperekopsk und Simferopol, kommt es zu Stromausfällen und Treibstoffengpässen. Der russische Präsident Wladimir Putin hat daraufhin am Mittwoch seine Regierung angewiesen, Subventionen für die Bewohner der Krim bereitzustellen, um die steigenden Treibstoffpreise abzufedern. „Die Bürger sollten keine zusätzliche Last spüren“, erklärte Putin laut russischen Staatsmedien.

UKRAINE-CRISIS/CRIMEA-POWERVergrößern des BildesEin Radfahrer benutzt während eines Stromausfalls in Jewpatorija auf der Krim eine Taschenlampe in einer dunklen Straße: Die Lage auf der Halbinsel wird immer brenzliger. (Quelle: Alexey Pavlishak/reuters)