Trump verspricht Patriot-Raketen für die Ukraine
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09.07.2026 – 18:24 UhrLesedauer: 3 Min.
US-Präsident Donald Trump trifft im Präsidentenpalast Bestepe in Ankara, Türkei, im Rahmen des Nato-Gipfels den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. (Quelle: Jonathan Ernst)
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Vom einstigen Eklat im Oval Office zur überraschenden Wende: Donald Trump stellt der Ukraine plötzlich die Produktion von Patriot-Raketen in Aussicht. Ist das der Beginn eines echten Kurswechsels oder nur ein weiteres Versprechen?
Bastian Brauns berichtet aus Washington
Im Oval Office hatte Donald Trump Wolodymyr Selenskyj Ende Februar 2025 noch vor laufenden Kameras gedemütigt. „You don’t have the cards“, schleuderte der US-Präsident dem Ukrainer entgegen. Wer keine Karten oder keine guten Karten habe, könne auch keine Forderungen stellen. Wenig später musste Selenskyj das Weiße Haus verlassen, sogar noch vor dem geplanten gemeinsamen Mittagessen. Der ukrainische Präsident wurde vor der Weltöffentlichkeit hochkant hinausgeworfen.
Doch seither, um im Bild zu bleiben, scheint sich das Blatt immer weiter gewendet zu haben. Rund anderthalb Jahre später bot sich beim Nato-Gipfel in Ankara ein vollkommen anderes Bild. Trump sitzt neben Selenskyj, lobt plötzlich dessen Durchhaltevermögen und macht ihm ein Angebot. Noch vor wenigen Wochen wäre es kaum vorstellbar gewesen. Aber die US-Regierung will demnach der Ukraine erlauben, Patriot-Abfangraketen künftig selbst zu produzieren.
„Wir werden euch eine Lizenz zur Herstellung von Patriot-Raketen erteilen“, sagte Trump. Es klang fast beiläufig, so selbstverständlich wirkte das. „Das ist doch super. So könnt ihr euch nicht beschweren, dass wir ihnen nicht genug geben“, sagte er an die mitgereisten Journalisten gerichtet. „Ich habe gesagt: ‚Stellt sie selbst her.‘ Wir haben die Firma zwar noch nicht darüber informiert, aber das wird schon klappen“, so Trump.
Ein Ziel, das unter Biden nicht erreicht wurde
Es ist einer dieser Momente, in denen Beobachter sich unweigerlich fragen: Was ist hier gerade passiert? Denn so improvisiert und spontan Trumps Ankündigung von Ankara auch wirkte, so bemerkenswert wäre dieser politische Kurswechsel. Ausgerechnet jener Präsident, der Waffenlieferungen immer wieder infrage stellte und Selenskyj öffentlich vorführte und beschimpfte, signalisiert nun Bereitschaft, der Ukraine eines ihrer wichtigsten militärischen Anliegen zu erfüllen.
Seit Jahren, schon unter der Biden-Regierung, dringt Kiew auf eine Lizenzproduktion der Patriot-Systeme, jener Abwehrraketen des US-Herstellers Raytheon, ohne die Russland die ukrainischen Städte immer weiter in Asche verwandeln könnte. Bislang hatten die USA diese Technologie nur Deutschland und Japan zugestanden. Bei aller Euphorie über diesen offenkundigen diplomatischen Erfolg der Ukraine und der Europäer ist dennoch Vorsicht geboten.
Denn zwischen Trumps Worten und den ersten in der Ukraine produzierten Patriot-Abfangraketen liegen voraussichtlich mehrere Jahre. Schon der Aufbau einer Fertigung gilt als hochkomplex. Experten rechnen selbst im günstigsten Fall mit deutlich mehr als einem Jahr Vorlauf. Am Beispiel Deutschland lässt sich beobachten, wie lange solche Prozesse dauern. Die bereits 2024 angekündigte Patriot-Produktion in Bayern soll nach aktuellem Stand erst 2027 die ersten Abfangraketen liefern. Von dort sollen übrigens künftig Systeme auch direkt an die Ukraine gehen.
