Es war eine Skulptur aus Stahl, die einen Kopf mit einem übergroßen Auge zeigte. Jahrelang stand das Kunstwerk vor der Osterather Mühle an der Willicher Straße. Nun aber ist es verschwunden. Der Grund: Es wurde gestohlen. Das gab Meerbuschs Dezernent Peter Annacker in der vergangenen Sitzung des Kulturausschusses bekannt.

Angebracht war die Skulptur auf einem Torpfosten im Eingangsbereich der Mühle. In dieser hatte der 2019 verstorbene Künstler Will Brüll gemeinsam mit seiner Frau Anneliese Houfer gelebt und gearbeitet. Über den Wert des nun entwendeten Werks konnte die Stadt auf Nachfrage zwar keine Angaben machen. Er vermute aber, dass die Diebe nicht an der Kunst interessiert gewesen seien, so Annacker. „Wir gehen davon aus, dass sie es auf das Metall abgesehen hatten.“

Die historische Windmühle befindet sich ebenso wie viele Kunstwerke im Besitz der Brüll-Houfer-Stiftung. Will Brüll selbst hatte die Stadt noch vor seinem Tod als Treuhänderin eingesetzt. Sie ist damit verpflichtet, sich für das Stiftungsziel einzusetzen. Dabei geht es darum, das Lebenswerk des Paares zu sichern: Dazu zählen unter anderem die zum Wohnhaus umgebaute Mühle, der Park und das Müllerhaus.

Weiter hätten vor Ort Grünarbeiten stattgefunden, erklärte Andreas Apsel, Technischer Beigeordneter der Stadt Meerbusch. „Diese dienen in erster Linie dem Schutz des Denkmals.“ So sei der Mühlenkörper auch freigestellt worden, um das Gebäude lüften zu können. Bereits seit Längerem ist bekannt, dass sich die Bausubstanz in einem schlechten Zustand befindet. Annacker erklärte außerdem, es gebe durchaus Interessenten für die Mühle. Man habe zudem eine Inventur abgeschlossen, die man künftigen Investoren an die Hand geben könne.