Im Mai hat Borussia Mönchengladbach in Sachen Fernsehgeld im Saisonendspurt einiges verspielt. Zwar brachte der Sieg gegen Borussia Dortmund (1:0) am 32. Spieltag zwischenzeitlich ein Plus von fünf Millionen Euro, nach der 1:3-Niederlage in Augsburg eine Woche später war der mögliche Effekt aber wieder verpufft. Da half auch der 4:0-Sieg am letzten Spieltag gegen die TSG Hoffenheim nichts mehr.
Grundlage für diese Rechenspiele ist die Fünf-Jahres-Wertung der Bundesliga, in der Gladbach den FCA unter anderem durch die Niederlage im direkten Duell wieder an sich vorbeiziehen ließ. Die Gewichtung der Spielzeiten ist dabei unterschiedlich stark: Die abgelaufene Saison zählt fünffach, das Abschneiden im Jahr davor vierfach. Es geht weiter bis zur Spielzeit vor fünf Jahren, die einfach gewertet wird.
Das Fernsehgeld aller Klubs setzt sich grundsätzlich zu 50 Prozent aus einem Sockelbetrag zusammen, der für alle Bundesligisten gleich ist. Hinzu kommen 43 Prozent aus der Säule „Leistung“, die im Wesentlichen auf der Fünf-Jahres-Wertung basiert. Jeder Platz nach oben oder nach unten macht in der Endabrechnung etwa 2,5 Millionen Euro aus – das ist zugleich der Faktor, den ein Klub mit seinem sportlichen Abschneiden am meisten beeinflussen kann.
Die restlichen sieben Prozent ergeben sich aus den Säulen „Nachwuchs“, die unter anderem Einsatzminuten von eigenen U23-Talenten berücksichtigt, und „Interesse“ (zum Beispiel TV-Reichweite und Mitgliederzahlen spielen dabei eine Rolle).
Gladbach bekommt rund 2,6 Millionen Euro weniger Fernsehgeld
Laut „Sport Bild“ stehen Gladbach in der Saison 2026/27 exakt 52.339.720 Euro zu – und damit auf den ersten Blick mehr als im Vorjahr, wo rund 51 Millionen Euro an den Klub gingen. Allerdings sind bei den jetzt veröffentlichten Zahlen im Vergleich zum Vorjahr noch nicht die Abgaben in Höhe von 7,5 Prozent berücksichtigt, die an die neu benannte „Bundesliga“ (ehemals Deutsche Fußball-Liga) für die Organisation und den Spielbetrieb abgetreten werden müssen.
Zieht man die ab, erhält Gladbach 48,4 Millionen Euro vor Steuern – und damit rund 2,6 Millionen Euro weniger als in der Vorsaison. Besonders dramatisch ist der Liga-Vergleich, in dem Gladbach auf Rang elf liegt. Denn von allen Vereinen, die in den vergangenen fünf Jahren dauerhaft in der Bundesliga vertreten waren, kriegt nur Augsburg einen Tick weniger.
Die Fernsehgeld-Tabelle der Saison 2026/27 laut „Sport Bild“
Klubs wie der SC Freiburg, der VfB Stuttgart, die TSG Hoffenheim und Mainz 05 sind Gladbach inzwischen in der Fernsehgeld-Tabelle enteilt und haben durch die Mehreinnahmen einen wirtschaftlichen Vorteil, der sich auch auf dem Transfermarkt bemerkbar macht. Ligaprimus ist der FC Bayern München, der rund dreimal so viel Fernsehgeld erhält wie Bundesliga-Aufsteiger SV Elversberg.
Die gute Nachricht für Borussia: Es geht erst mal weiter eng zu in der Fünf-Jahres-Wertung zu Beginn der kommenden Saison. Gladbach startet auf Platz zwölf mit einem Punkt hinter Bremen und einem Punkt Vorsprung auf Union Berlin. In den direkten Duellen mit diesen Teams kann Gladbach also nicht nur für drei Punkte in der Bundesliga-Tabelle sorgen, sondern auch für einen Sprung in der Fünf-Jahres-Wertung, die wiederum die TV-Tabelle entscheidend beeinflusst.