Die Berliner Polizei will jetzt verstärkt im Darknet gegen Menschenhandel vorgehen. Das sagte Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) dem Tagesspiegel. Berlin sei damit deutschlandweit Vorreiter. „Das Ziel des Projektes ist: Plattformen finden, Täter identifizieren, Opfer schützen“, sagte Spranger.

Berlin habe für das Projekt mit dem Titel „Hope“ den Zuschlag erhalten und aus dem Inneren Sicherheitsfonds (ISF) der Europäischen Union 600.000 Euro eingeworben. Projektpartner seien Europol, das Bundeskriminalamt, die Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch sowie die Polizeien aus Niedersachsen, Baden-Württemberg und Hessen.

Neben dem sichtbaren Teil des Internets befinden sich im sogenannten Darknet Plattformen, die nicht herkömmlich auffindbar sind. Die Kommunikation dort findet verschlüsselt statt. Das Darknet ist auch ein Handelsplatz für Straftaten und illegale Güter wie Drogen und Waffen – und auch Menschen oder ihre Arbeitskraft.

Nicht nur sexuelle Ausbeutung steht im Fokus

Laut dem Bundeslagebild des Bundeskriminalamtes zu Menschenhandel und Ausbeutung steigt die Zahl der Ermittlungsverfahren seit Jahren – ebenso die Zahl der festgestellten Opfer. Dabei geht es um verschiedene Straftaten, neben Menschenhandel um Zwangsprostitution, Ausbeutung unter Ausnutzung einer Freiheitsberaubung, Ausbeutung von Prostituierten, Zuhälterei, aber auch Arbeitsausbeutung, Zwangsarbeit, Zwangsheirat und die Ausnutzung von Menschen für Straftaten.

Bei der Zahl der Ermittlungsverfahren zu Menschenhandel im Zusammenhang mit sexueller Ausbeutung ist Berlin ein Hotspot. Nur in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg wurden nach den jüngsten Angaben des Bundeslagebildes mehr Verfahren geführt. Bei kommerzieller sexueller Ausbeutung von Minderjährigen gibt es die meisten Verfahren in Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Berlin und Niedersachsen.

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Die Europäische Union hat 2024 entschieden, dass auch die Ausbeutung von Leihmutterschaft, Zwangsheirat und illegale Adoption künftig als Menschenhandel unter Strafe gestellt werden sollen. Häufig stellen die deutschen Ermittler Bezüge zur organisierten Kriminalität fest – über Deutschlands Grenzen hinweg.