rbb|24: Die Gruppe derjenigen, die nicht wählen dürfen, ist in Berlin natürlich nicht einheitlich. Die Gruppe ist groß und ihrerseits divers. Können Sie dennoch etwas darüber sagen, welche Interessen bislang konkret zu kurz kommen?

Gabor: Wir finden diese Frage absolut wichtig und sind deshalb dabei, uns mit einer großen Umfrage eine Datengrundlage und einen Überblick zu verschaffen. Ähnlich wie beim BerlinTrend von Infratest dimap machen wir eine „StimmlosTrend“-Umfrage in unserer Zielgruppe. Wir wollen wissen, was die größten Probleme sind, wie optimistisch sie die Stadt sehen und ob sie glauben, dass sie ihr Lebensumfeld aktiv beeinflussen können. Wir fragen auch, ob sie wählen würden, wenn sie ein Wahlrecht hätten.

Die Ergebnisse werden im September vorliegen und publiziert werden. Ich persönlich vermute aufgrund meiner bisherigen Erfahrung, dass die Menschen Fragen der Schulbildung beschäftigen werden, ich weiß, dass Wohnungsprobleme viele Menschen umtreiben, aber auch die Müllprobleme, die in den Berliner Kiezen sehr unterschiedlich groß sind. Eine andere Frage ist die, wie die Verwaltung funktioniert, wie sich eine echte Vertretung herstellen lässt. Nicht alle Kieze in Berlin sind divers – wie wollen wir damit umgehen? Das ist alles nicht einfach und nicht selbstverständlich.