Bewaffnete Milizen prägen die US-Geschichte seit den Gründertagen. Der Streit um sie wurzelt tief in der amerikanischen Identität: Hat der Staat das Sagen oder der Bürger?
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Artikel aus ZEIT Geschichte
Erschienen in
ZEIT Geschichte Nr. 3/2026
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Artikelzusammenfassung
Gewalttätiger Mob stürmt Kapitol in Washington, angeführt von Privatmilizen wie den Oath Keepers und den Proud Boys, die sich als wahre Patrioten sehen und das Recht auf Waffenbesitz verteidigen. Konflikt zwischen Staatsgewalt und unabhängigen Milizen zieht sich durch die amerikanische Geschichte, geprägt von der Mythologie der Revolution und dem Zweiten Verfassungszusatz. Milizen entstanden bereits in den Gründerjahren der USA und wurden sowohl gegen äußere Feinde als auch im Inneren eingesetzt, oft im Kampf gegen unfreie und marginalisierte Gruppen. Kontroverse um die Auslegung des Zweiten Verfassungszusatzes hält bis heute an, während private Bürgermilizen wie die Proud Boys sich als Hüter der Freiheit inszenieren und das Verhältnis von individuellen Waffenrechten und kollektiver Staatsgewalt in Frage stellen. Debatte um die Rolle der Milizen in der amerikanischen Demokratie und ihre Legitimität spiegelt sich auch in aktuellen gesellschaftlichen Konflikten wider.
Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt. Vereinzelt kann es dabei zu Fehlern kommen.
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Militanter Protest: Geschminkt, vermummt und mit Schutzhelmen posieren Trump-Unterstützer im Stil einer amerikanischen Miliz am 6. Januar 2021 vor dem Kapitol in Washington.
© Lev Radin/ddp

Dieser Artikel stammt aus ZEIT Geschichte Nr. 03/2026
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Als am 6. Januar 2021 ein gewalttätiger Mob das Kapitol in Washington stürmte, wirkte es im ersten Moment wie eine spontane Demonstration, angestachelt von Wahlverlierer Donald Trump. Schon bald stellte sich aber heraus, dass etliche Angreifer einer der Privatmilizen angehörten, die den Sturm geplant hatten und ihn anführten: den Oath Keepers, den Three Percenters oder den Proud Boys. Sie rechtfertigten ihre Gewalt gegen die Polizei als »Notwehr« und behaupteten, damit die Verfassung zu schützen. Auf die Spitze getrieben wurde an diesem Tag, was sich bereits seit den Gründerjahren durch die Geschichte der USA zieht: der Konflikt zwischen Staatsgewalt und unabhängigen Milizen.