Sportpolitik

Stand: 10.07.2026 17:17 Uhr

Deutschland soll im Spitzensport wieder den Anschluss an die Topnationen schaffen. Dafür wurde ein Sportfördergesetz auf den Weg gebracht. Leipzig soll Sitz der Spitzensportagentur werden.

Auf dem langen Weg zur Verabschiedung hat das neue Sportfördergesetz die letzte Hürde genommen. Nach der Einigung der Bundesregierung wurde am Freitag (10. Juli) ein entsprechender Gesetzentwurf beschlossen. Der Bundestag stimmte dem Entwurf des Sportfördergesetzes mit 561 Ja-Stimmen zu. 43 Abgeordnete votierten dagegen.

Mit dem Gesetz hat die Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD die Förderung des Spitzensports erstmalig auf eine gesetzliche Grundlage gestellt, auch mit dem Ziel, die Rahmenbedingungen für den Gewinn internationaler Medaillen zu verbessern. Mit der finalen Beratung des Bundesrates ist Ende September zu rechnen. Inkrafttreten soll das Sportfördergesetz im Oktober.

Schenderlein: „Historische Woche“

Christiane Schenderlein

Sportstaatsministerin Christiane Schenderlein sprach von einer „historischen Woche“ und erklärte: „Die zentralen Maßnahmen sind, dass wir die Förderhöchstgrenzen für die Sportverbände erhöht haben, dass wir in den Bundeshaushalt mehr Geld einstellen konnten, dass wir strukturell die akademische Trainerausbildung stärken.“

Agentur soll nach Leipzig kommen

In Leipzig angesiedelt wird Spitzensportagentur sein. Die Gründung soll möglichst bereits im September erfolgen, wenn der Bundesrat das neue Sportfördergesetz genehmigt hat. Der Stiftungsrat als zentrales Aufsichtsorgan der Agentur soll aus Vertretern der Politik und des organisierten Sports bestehen. Unter der Führung von zwei hauptamtlichen Vorständen soll die Agentur 2027 ihre Arbeit aufnehmen und unabhängig sowie eigenständig die Steuer-Millionen verteilen. „Eigentlich soll auch schon im nächsten Jahr tatsächlich die Arbeit dann beginnen. Richtig los geht es mit dem gesamten Förderzyklus dann nach den Olympischen Sommerspielen in Los Angeles 2028“, betonte Schenderlein.

Die Agentur soll möglichst unabhängig über die Verteilung der Mittel – im Bundeshaushalt 2027 sind 362 Millionen Euro angesetzt – entscheiden und so die Medaillenchancen deutscher Athleten nachhaltig steigern. Vorbild seien Erfolge in anderen Ländern wie Großbritannien. Nach dem enttäuschenden Abschneiden des deutschen Teams bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo hatte es Forderungen nach einer Reform im Spitzensport gegeben.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Staatsministerin für Sport und Ehrenamt Dr. Christiane Schenderlein

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