
AUDIO: Explosionen in Leipzig: 18-Jähriger verliert Hand (1 Min)
Aufwändige Ermittlungen
Stand: 10.07.2026 18:37 Uhr
Mehrere Explosionen in der Nacht zum Freitag beschäftigen die Leipziger Polizei. Wie die Behörde mitteilte, wurde auf der Eutritzscher Straße kurz vor Mitternacht ein 18-Jähriger durch einen pyrotechnischen Gegenstand schwer verletzt. Nach ersten Erkenntnissen soll er diesen selbst gezündet haben. Polizeissprecher Tom Erik Richter sagte MDR SACHSEN, der junge Mann habe durch die Explosion eine Hand verloren.
Explosion vor Restaurant in Lindenau
Drei Stunden später wurde außerdem eine Explosion am Eingang des italienischen Restaurants „La Migliore“ in der Georg-Schwarz-Straße gemeldet. Neben Kriminaltechnikern waren am Freitag auch Spezialisten für unkonventionelle Sprengvorrichtungen in Lindenau vor Ort. Der Tatort wurde mit einem 3D-Laser-Scanner millimetergenau vermessen. Eine Drohne surrte über dem zunächst abgesperrten Bereich an der Straße.

Die Polizei sperrte einen kleinen Teil der Georg-Schwarz-Straße ab.
Kamera soll vermummte Person aufgenommen haben
Der Inhaber von „La Migliore'“ Osama Abdullah, sagte MDR SACHSEN, seine Kamera habe eine vermummte Person in der Nacht aufgenommen. Er vermutet, dass sein Restaurant Ziel wurde, weil es an dieser Stelle keine anderen geöffneten Lokalitäten gegeben habe. Andere Ladenbesitzer und vorbeikommende Passanten hatten die Explosion nicht bemerkt. Der Besitzer eines anderen italienischen Restaurants ein paar Meter weiter, dem „La Palermo“, berichtet von einem Einbruch bei ihm im vergangenen Jahr. An eine Explosion kann sich hier in der Gegend aber spontan keiner erinnern.
„Man kriegt ein bisschen Angst“
Die dritte Explosion gab es ebenfalls in der Nacht in der City, in der Café-Bar „XOXO“. Durch die Lage direkt an der Uni verkehren hier viele Studenten. Der Bereich war am Freitagnachmittag noch abgesperrt. Auch hier sicherten Beamte akribisch Spuren.

Brandermittler vor dem Café XOXO in Leipzig
Durch die zentrale Lage bekamen die in weiß gekleideten Ermittler besonders viel Aufmerksamkeit. Touristen und ihre Kinder schauten sich die aufwändigen Arbeiten an. Studenten erzählten von ihren Besuchen in der Café-Bar, die es seit 2019 gibt. Ein mulmiges Gefühl bleibt nach der Explosion zurück. Allegra Weise sagte MDR SACHSEN: „Schon beunruhigend. Gerade auch mit der Amokfahrt, die ja erst vor ein paar Wochen war. Und dann explodiert direkt neben der Universität ein Gebäude bzw. wird mutwillig zerstört. Man kriegt ein bisschen Angst.“

Das Café „XOXO“ befindet sich in Sichtweite der Nikolaikirche.
Polizei: Kein Zusammenhang zur Explosion beim jungen Mann
Bei den beiden Explosionen an den Gaststätten entstanden erhebliche Schäden. Die Ursachen sind noch unklar. Die Polizei ermittelt wegen des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion. Zwischen der ersten Explosion beim 18-Jährigen und den beiden weiteren Explosionen bestehe nach derzeitigem Kenntnisstand kein Zusammenhang, so die Polizei. Ob die beiden letzteren Fälle zusammenhängen, sei derzeit unklar.
MDR (bbr/dkö/cke)