Die Dortmunder Polizei hat am Freitag (10.7) eine Schwerpunktkontrolle gegen E-Scooter durchgeführt. Wir waren dabei.
Wer am Freitagmittag (10.7.) rund um den Phoenix-See mit dem E-Scooter unterwegs war, musste mit einer Kontrolle rechnen. Von 13 bis 19 Uhr führte die Dortmunder Polizei dort einen Schwerpunkteinsatz durch. Im Blick: E-Scooter-Fahrer, aber auch Radfahrer, die sich nicht an die Regeln halten.
Eingesetzt waren Kräfte des Verkehrsdienstes sowie Beamte der Fahrradstaffel. Auch ein Sachverständiger der Dekra war vor Ort. Er sollte bei Bedarf prüfen, ob E-Scooter technisch manipuliert sind.
Ohne Rücksicht
Der Einsatz kommt nicht aus dem Nichts. Rund um den See gibt es seit längerer Zeit Beschwerden über E-Scooter. Vor allem an der Promenade ärgern sich Anwohner und Gastronomen über Fahrer, die dort ohne Rücksicht unterwegs sein sollen – teilweise in Gruppen, teilweise mit gefährlichen Kunststücken. Auch in der Bezirksvertretung war das Thema bereits angekommen. Die Polizei hatte daraufhin mehr Präsenz zugesagt.
Denn klar ist: Auf der Seepromenade dürfen E-Scooter nicht fahren. Sie ist Fußgängerbereich. Verstöße kosten 50 Euro Bußgeld – wer zu zweit auf dem Scooter erwischt wird, kann noch einmal 10 Euro drauflegen.
Die Polizei war am Freitag mit einem großen Aufgebot am Phoenix-See im Einsatz. Auch Kradfahrer waren dabei.© Jörg Bauerfeld
Zuletzt soll es auf der Südseite des Hafenbeckens sogar einen Vorfall gegeben haben, bei dem vor einem Restaurant ein Kind von einem E-Scooter angefahren wurde.
„Die Beschwerdelage ist hier sehr groß“, sagt Polizeihauptkommissar Kay-Christopher Becker, Pressesprecher der Dortmunder Polizei. Vor allem bei schönem Wetter ist der See ein beliebtes Ausflugsziel. Menschen gehen dort spazieren, Kinder laufen umher – „und dann kommen die E-Scooter“. Genau darauf achtete die Polizei mit dem Einsatz am See: „Darauf reagieren wir heute speziell.“ An jeder Ecke sah man heute Polizei. Auf dem Motorrad, dem Fahrrad oder zu Fuß.
Kein Unfallschwerpunkt
Ein klassischer Unfallschwerpunkt sei der Phoenix-See bei E-Scootern nach Einschätzung der Polizei nicht. Das Problem liege hier vor allem in der Vielzahl der Beschwerden. Stadtweit aber sind E-Scooter längst ein Thema in der Unfallstatistik. Becker nannte für Dortmund Zahlen aus dem Jahr 2025: Die Zahl der verunglückten E-Scooter-Fahrer sei von 123 auf 163 gestiegen. Das entspricht einem Plus von 32,5 Prozent.
Rund um den Phoenix-See kontrollierte die Polizei E-Scooter und Radfahrer. Viele Verstöße gab es in der Fußgängerzone.© Jörg Bauerfeld
„Das macht sich in der Unfallstatistik bemerkbar“, sagte Becker mit Blick auf den Anstieg bei Verletzten und Schwerverletzten. Der sei vor allem auf E-Scooter und Fahrräder zurückzuführen.
Problematisch seien vor allem Fahrten am Wochenende, häufig unter Alkoholeinfluss. Hinzu komme, dass auch Kinder unter 14 Jahren auf E-Scootern unterwegs seien, obwohl sie diese Fahrzeuge gar nicht fahren dürfen.
Genau deshalb kontrollierte die Polizei am Freitag nicht nur an einer Stelle, sondern rund um den See. Nicht nur direkt auf der Promenade, sondern auch im Umfeld. Wer gegen Regeln verstieß, wurde angehalten. Nach Beobachtung der Polizei zeigten viele Betroffene Verständnis – auch wenn das Bußgeld weh tat.
