Alle zwei Jahre lädt der Deutsche Landfrauenverband zum Deutschen Landfrauentag ein – immer in einem anderen Bundesland. In diesem Jahr stand die Veranstaltung unter dem Motto „gestalten.begeistern.bewegen.Gemeinschaft“. Rund 5000 Landfrauen aus ganz Deutschland reisten dafür nach Essen. Mit dabei: 40 Frauen aus Nordfriesland, die sich einen unvergesslichen Landfrauentag und ein paar ereignisreiche Tage im Ruhrgebiet gönnten.
Der Festakt machte deutlich, welche zentrale Rolle Frauen für die Zukunft ländlicher Räume, der Landwirtschaft und der Demokratie spielen. Redner aus Politik und Wirtschaft würdigten das besondere Engagement der Landfrauen und forderten mehr Sichtbarkeit und Wertschätzung für Frauen im ländlichen Raum – schließlich wird die Zukunft der Landwirtschaft maßgeblich von ihnen mitgestaltet.
Geehrte Landfrauen und Unternehmerinnen
Am Nachmittag standen Ehrungen im Mittelpunkt: Der Deutsche Landfrauenverband (dlv) zeichnete aus den eigenen Reihen Frauen aus, deren Engagement besondere Anerkennung verdient – mit den Titeln „Landfrau des Jahres“ und „Unternehmerin des Jahres“. Zwischen den Programmpunkten sorgte das Team Rautenberg für ein besonderes Gemeinschaftserlebnis: Beim „Rudelsingen“ in der Grugahalle erhoben alle gemeinsam die Stimme, was allen sichtlich Spaß gemacht hat.
Spannend war der Besuch in der Zeche Zollverein.
Foto: Inge Carstensen
Icon MaximizeIcon Lightbox Maximize
SchliessenX ZeichenKleines Zeichen welches ein X symbolisiert
Die 40 Frauen aus Nordfriesland nutzten die Gelegenheit für einen kleinen Städtetrip. Bei der Ankunft am Nachmittag machte ihnen zunächst die Hitze zu schaffen – bei 37 Grad wurde aus dem geplanten Stadtrundgang kurzerhand eine Busrundfahrt. Der Stadtführer zeigte das ehemalige Krupp-Viertel, einst Zentrum der Stahlindustrie, sowie die Ruhr mit ihren grünen Ufern und kleinen Oasen zum Entspannen. Auch die Margarethenhöhe und die Zeche Zollverein waren schon vom Bus aus zu bestaunen. Den Abend ließ die Reisegruppe bei einem guten Essen im Hotel und einem kühlen Getränk in der Stadt ausklingen.
Einblicke in die harte Arbeit unter Tage
Am nächsten Tag ging es zu Fuß weiter: Ein Stadtführer begleitete die Gruppe zum Essener Dom, der Bischofskirche des Bistums Essen – auch „Ruhrbistum“ genannt – am Burgplatz in der Innenstadt. Anschließend besuchten die Landfrauen die Margarethenhöhe. Die zwischen 1909 und 1938 nach ihrer Stifterin Margarethe Krupp benannte Gartenstadt gilt als Paradebeispiel einer modernen Siedlung und ist heute ein Denkmal von europäischem Rang.
Tief beeindruckt zeigten sich die Frauen von der Zeche Zollverein: Bis 1986 wurde hier Steinkohle gefördert, und eine fundierte Führung machte eindrücklich klar, wie hart die Arbeit unter Tage einst war. Zum Abschluss der Reise, bereits auf dem Heimweg, stand noch der Nordsternturm in Gelsenkirchen auf dem Programm – ebenfalls eine ehemalige Zeche, die bis 1993 in Betrieb war. Vom 83 Meter hohen Turm genossen die Frauen einen grandiosen Blick über Essen und den grünen Ruhrpott.
Trotz der sommerlichen Hitze waren alle Mitreisenden bester Stimmung – und freuen sich schon jetzt auf den nächsten Deutschen Landfrauentag am Sonntag, 18. Juli 2028, in Heidelberg.
Dieser Text wurde erstellt von:
Maike Nommensen/Magret Albrecht
Kreislandfrauenverband Nordfriesland