Auf der Karibikinsel Kuba ist es erneut zu einem inselweiten Blackout gekommen. Wie das Energieministerium mitteilte, wurden die Notfallprotokolle zur Wiederherstellung der Stromversorgung aktiviert. In den vergangenen Monaten kam es häufig zu teils tagelangen Ausfällen.
»Der Zusammenbruch ereignete sich inmitten einer kritischen Energiekrise, unter der das Land bereits schwer zu leiden hat«, schrieb Granma, die offizielle Zeitung der Kommunistischen Partei Kubas, auf der Plattform X. Vorrangig sei gemäß den Protokollen die Versorgung von Einrichtungen wie Krankenhäusern sicherzustellen, hieß es. Zu den Ursachen des erneuten Ausfalls machte die staatliche Stromgesellschaft UNE zunächst keine Angaben.
Kubanische Regierung sieht Schuld bei den USA
Die sozialistische Karibikinsel kämpft seit Jahren mit einer schweren Energiekrise, teilweise ausgelöst durch ein marodes Stromnetz und fehlende Investitionen. Die Regierung in Havanna macht die Sanktionen der USA für die anhaltenden Stromausfälle verantwortlich. Im Juni hatten die USA sowohl gegen den aktuellen kubanischen Präsidenten Miguel Díaz-Canel als auch gegen den ehemaligen Präsidenten Raúl Castro Sanktionen verhängt. Teile der kubanischen Regierung wie das kubanische Verteidigungsministerium und die Komitees zur Verteidigung der Revolution (CDR) werden ebenfalls von den USA sanktioniert.
Zuletzt hatte US-Präsident Donald Trump im Januar Ländern, die Öl nach Kuba exportieren, mit Strafzöllen gedroht. Das führte zu einem weitgehenden Stopp der Lieferungen aus dem Ausland. Die Insel kann nur einen Teil ihres Ölbedarfs decken. Die USA versuchen mit verschiedenen Druckmaßnahmen, eine wirtschaftliche und politische Öffnung der Insel nach ihren Vorstellungen zu erzwingen.
Energiekrise in Kuba
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