Am 10. Juli stieg der US-Dollar-Index (DXY), ein Maß für die Stärke des Greenbacks gegenüber einem Währungskorb aus sechs wichtigen Währungen, nur um etwa 0,03–0,05 %. Im Wochenverlauf legte der Greenback insgesamt um rund 0,1 % zu.
Die bemerkenswerteste Entwicklung am Markt war die Erholung des Yen. Die Währung legte gegenüber dem US-Dollar um etwa 0,4–0,6 % zu und erreichte einen Kurs von rund 161,4–161,7 Yen/USD, nachdem die japanische Finanzministerin Satsuki Katayama erklärt hatte, die Regierung fördere Maßnahmen, um den Government Pension Investment Fund (GPIF) – den weltweit größten Pensionsfonds – zu einer deutlichen Erhöhung seiner Investitionen in inländische Finanzanlagen zu bewegen.
Analysten vermuten, dass eine Kapitalrückführung von Pensionsfonds, die einen Teil ihrer Portfolios von ausländischen Anlagen in Yen-Anlagen umschichten, die japanische Währung nachhaltig stützen könnte, anstatt sich allein auf Devisenmarktinterventionen zu verlassen. Viele Experten weisen jedoch darauf hin, dass es sich hierbei lediglich um eine politische Empfehlung und nicht um eine offizielle Entscheidung handelt, weshalb die Auswirkungen derzeit begrenzt sind. Insgesamt legte der US-Dollar in der vergangenen Woche gegenüber dem Yen um rund 0,2 % zu.
Der Euro zeigte unterdessen gegenüber dem US-Dollar nur geringe Schwankungen. Am 10. Juli fiel die europäische Gemeinschaftswährung um etwa 0,1 % auf 1,1416 USD/Euro. Das britische Pfund setzte seinen Aufwärtstrend fort und erreichte zwischenzeitlich mit 1,345 USD/Pfund den höchsten Stand seit Mitte Juni, bevor es seine Gewinne wieder etwas abgab. Auch gegenüber dem Euro erreichte das Pfund den höchsten Stand seit rund einem Jahr.
Analysten gehen davon aus, dass das Pfund durch mehrere Faktoren gestützt wird, darunter ein besser als erwartet ausgefallenes Wirtschaftswachstum in Großbritannien, Fusionen und Übernahmen, ein stabileres politisches Umfeld sowie die Erwartung, dass die Bank of England (BoE) ihren restriktiven Kurs in Bezug auf die Inflation beibehalten wird. Auch die Äußerungen von BoE-Chefökonom Huw Pill zur Möglichkeit weiterer Zinserhöhungen trugen zur Stärkung des Pfunds bei.
In Nordamerika verzeichnete der kanadische Dollar (CAD) nach sechs Wochen mit Kursverlusten erstmals wieder einen Wochengewinn. Die Währung legte um rund 0,5 % zu und erreichte damit den höchsten Stand seit drei Wochen. Grund dafür waren Daten, die einen Zuwachs von 18.200 Arbeitsplätzen in Kanada im Juni auswiesen – deutlich mehr als die prognostizierten 10.000. Auch die Arbeitslosenquote sank auf 6,5 %, was die Sorgen um die wirtschaftlichen Aussichten etwas dämpfte.
Analysten gehen dennoch davon aus, dass die positiven Beschäftigungszahlen nicht ausreichen, um die geldpolitische Ausrichtung der Bank of Canada (BoC) wesentlich zu verändern. Laut einer Reuters-Umfrage wird die BoC den Leitzins bei ihrer Sitzung am 15. Juli voraussichtlich unverändert bei 2,25 % belassen und dieses Niveau für längere Zeit beibehalten, da der Inflationsdruck weiterhin unter Kontrolle ist.
Der australische Dollar (AUD) und der neuseeländische Dollar (NZD) legten unterdessen gegenüber dem US-Dollar zu. Der NZD dürfte in dieser Woche um mehr als 1,4 % steigen, nachdem die neuseeländische Zentralbank die Leitzinsen angehoben und signalisiert hat, die Geldpolitik in naher Zukunft weiter zu straffen.
Neben politischen Faktoren prägen weiterhin geopolitische Spannungen im Nahen Osten die Marktstimmung. Neue Angriffe zwischen den USA und dem Iran verstärken die Sorgen um die Entwicklung der Energiepreise und die globale Inflation, während der Öltankerverkehr durch die Straße von Hormus Anzeichen einer Verlangsamung zeigt.
Die Auswirkungen auf den Devisenmarkt hielten sich jedoch in Grenzen, da die Ölpreise nicht so stark stiegen wie von vielen Anlegern befürchtet. Sowohl die Rohölsorten Brent als auch West Texas Intermediate (WTI) gaben zum Wochenschluss nach, nachdem Signale eingegangen waren, dass der Dialog zwischen dem Iran und den USA noch andauert. Dies trug dazu bei, die Nachfrage nach sicheren Anlagen zu dämpfen.
Anleger warten derzeit auf weitere US-Wirtschaftsdaten und Signale der Fed, um die zukünftige Entwicklung des US-Dollars zu bestimmen. Da der Markt weiterhin die Möglichkeit einer erneuten Zinserhöhung durch die Fed im Laufe des Jahres prüft, werden Entwicklungen bei der Inflation, dem Arbeitsmarkt und den Energiepreisen weiterhin eine entscheidende Rolle für die Kursentwicklung des Dollars spielen.
Quelle: https://baotintuc.vn/thi-truong-tien-te/dong-usd-bien-dong-nhe-giua-cang-thang-trung-dong-20260711092404565.htm