Stand: 10.07.2026 15:56 Uhr
Nach der Aufsichtsratssitzung von Volkswagen vermied VW-Chef Blume konkrete Aussagen zu Stellenabbau und Werksschließungen. Niedersachsens Wirtschaftsminister Tonne fordert Klarheit. Der Live-Blog von Freitag zum Nachlesen.
10.07.2026 15:47 Uhr
Wir beenden den Live-Blog
Die Aufsichtsratssitzung von VW in Wolfsburg hat für zahlreiche Proteste gesorgt, Sorgen und Hoffnungen geschürt. Am Ende bleiben für die Beschäftigten nach wie vor viele Fragen offen – vor allem zu Stellenabbau und möglichen Werksschließungen. Vielen Dank an alle Leserinnen und Leser, die den Liveblog am Donnerstag und Freitag verfolgt haben. Wir halten Sie auf ndr.de/niedersachsen weiterhin auf dem Laufenden. Eine Übersicht zur Lage bei VW finden Sie in unserem FAQ.

NDR Niedersachsen hat die wichtigsten Fragen und Antworten nach der Aufsichtsratssitzung bei Volkswagen zusammengefasst.
10.07.2026 13:48 Uhr
Sparpaket laut Bericht im VW-Aufsichtsrat durchgefallen
Offiziell sind nach der Aufsichtsratssitzung am Donnerstag keine Informationen zu einem geplanten Jobabbau oder möglichen Werksschließungen mitgeteilt worden. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf Konzernkreise berichtet, soll das Sparpaket von VW-Konzernchef Oliver Blume bei der Aufsichtsratssitzung abgelehnt worden sein. Vertreter der Arbeitnehmer und des Landes stimmten demnach mit einer Mehrheit von 12 zu 7 Stimmen gegen das Paket. VW äußerte sich am Freitag nicht dazu. Der Konzern hatte am Donnerstagabend allerdings Einschnitte angekündigt: Das Angebot an Fahrzeug-Modellen soll um rund 50 Prozent schrumpfen und die Vielfalt an Ausstattungs-Varianten um bis zu 75 Prozent.
10.07.2026 12:43 Uhr
Quartalszahlen: VW verkauft weniger Autos
Inmitten der aktuellen Krise hat der VW-Konzern seine Verkaufszahlen für das zweite Quartal dieses Jahres veröffentlicht. Demnach hat VW von April bis Juni 2026 rund 2,08 Millionen Fahrzeuge verkauft. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 2,27 Millionen – das entspricht dem Konzern zufolge einem Rückgang von 8,6 Prozent. Auch bei Audi, Porsche und Skoda wurden deutlich weniger Fahrzeuge verkauft als im Vorjahr. Gestiegen sind hingegen die Aufträge für E-Autos und die neuen Einstiegsmodelle von VW, Skoda und Cupra.
10.07.2026 11:37 Uhr
Automobilexperte: „Ohne Werksschließungen geht es nicht“
Für den Konzern sei es eine enorm schwierige Lage, sagte Stefan Bratzel, Direktor des Center of Automotive Management, im NDR Interview. Eigentlich müsste der Fokus darauf liegen, gegen neue Wettbewerber antreten, gleichzeitig müsse VW aber auch überlegen, was mit Standorten passieren soll, die man nicht mehr braucht. Das sei kritisch, so Bratzel. Denn: Volkswagen sei groß, komplex, zu teuer und „viel zu langsam“. „Und wenn man jetzt diese Geschwindigkeit auch in der Umsetzung solcher Pläne nicht wesentlich erhöht, dann fällt man noch weiter zurück“, so der Automobilexperte. Aus Sicht von Bratzel ist es notwendig, Überkapazitäten abzubauen. „Ich glaube nicht, dass man ohne Werkschließungen auskommen wird“, sagte Bratzel.

Volkswagen muss sich schnell radikal verändern, sagt Autoexperte Bratzel. Analyst Schwope erwartet eine langsamere Entwicklung.
10.07.2026 09:42 Uhr
Kommentar: Aufsichtsratssitzung war nur der Anfang
Die Aufsichtsratssitzung in Wolfsburg ist vor allem eins: Ein Vorgeschmack darauf, dass die traditionelle Macht des Betriebsrats bei Volkswagen bröckeln dürfte, kommentiert Hilke Janssen aus der Redaktion Landespolitik. Denn: Der VW-Vorstand treibt die Arbeitnehmerseite in die Enge.

Die Aufsichtsratssitzung bei VW zeigt: Die traditionelle Macht des Betriebsrats dürfte bröckeln. Hilke Janssen kommentiert.
10.07.2026 08:52 Uhr
Tonne zu VW-Sparplänen: „Verunsicherung mit Händen greifbar“
Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hat heute vom VW-Konzern Klarheit, Verlässlichkeit und ein tragfähiges Konzept gefordert – aber „nicht so eins, wo man glaubt zu sagen, Stellenabbau, Werksschließungen seien Teil einer Zukunftslösung“. Das sei bislang nicht passiert, stattdessen habe der Vorstand eine „Kommunikation der Angst“ vorgenommen, sagte Tonne im Gespräch mit NDR Info. Die Verunsicherung in der Belegschaft sei mit den Händen greifbar, so der Minister. „Das ist unanständig, so mit den Kolleginnen und Kollegen umzugehen“. Alle Beteiligten hätten in der Vergangenheit immer wieder bewiesen, dass man auch in schwierigen Situationen eine gemeinsame Lösung finden kann. „Das muss jetzt sein“, sagte Tonne.
10.07.2026 08:07 Uhr
Hannover: Werksschließung wäre „Tod für die Region“
Am Morgen nach der Aufsichtsratssitzung ist die Stimmung bei den Beschäftigten weiterhin betrübt. In den VW-Werken geht die Arbeit heute trotzdem weiter. „Wir Produktionsarbeiter machen das, was wir immer können: Wir bauen Autos und hoffen, dass wir so entgegenwirken können, indem wir einfach da sind“, sagte ein Mitarbeiter in Hannover-Stöcken dem NDR Niedersachsen. Eine Werksschließung hätte hier nach Ansicht der Belegschaft drastische Folgen: „Das wäre der Tod für die Region. Es sind ja nicht nur wir von VW, sondern auch alle drumherum – die Zulieferer, der kleine Bäckermann, alle“, sagt ein anderer Beschäftigter.
Ich finde es schade, dass man weiterhin im Unwissen bleibt.
VW-Mitarbeiter in Hannover-Stöcken
Aber es gibt auch Kritik an der medialen Berichterstattung. „Solange da nichts von der Geschäftsführung, der Gewerkschaft und dem Betriebsrat kommt, sehe ich das ganz locker“, sagt ein weiterer Beschäftigter. Vergangene Woche war durchgesickert, dass im Aufsichtsrat über massive Sparmaßnahmen gesprochen wird – darunter auch die Schließung von vier VW-Werken und den Abbau von 100.000 Jobs.
Video:
VW-Mitarbeiter: „Wir hoffen natürlich, dass es weitergeht“ (1 Min)
10.07.2026 07:51 Uhr
Auto-Industrie in der Krise
Nicht nur der VW-Konzern steckt in einer Krise, auch Mercedes und BMW haben im vergangenen Jahr Gewinn- und Umsatzeinbußen verzeichnet. Das hat laut Thomas Puls vom Institut der deutschen Wirtschaft viele Gründe: „Technische Transformation hin zum Elektroantrieb, was unseren Wissenvorsprung reduziert, Protektionismus, den vor allem die USA angestoßen haben und eben auch der Aufstieg neuer Konkurrenten – gerade aus China“, sagte er im ZDF Morgenmagazin. Das führe zu einer extremen Umbruchphase.
10.07.2026 07:00 Uhr
Unsicherheit bei der Belegschaft
Dass nach wie vor vieles unklar ist und auch Werksschließungen weiterhin möglich scheinen, sorgt bei der VW-Belegschaft für Verunsicherung. „Wir haben alle eine positive Einstellung, nichtsdestotrotz ist die Angst auch noch da“, sagte eine Mitarbeiterin in Hannover-Stöcken dem NDR Niedersachsen am Donnerstag. „Wir werden uns weiterhin wehren und uns das nicht gefallen lassen.“ Die Aufsichtsratssitzung gestern war bundesweit von Protestaktionen begleitet worden – auch in Niedersachsen haben sich Hunderte Menschen vor VW-Werken versammelt.
Video:
VW-Aufsichtsrat berät über Sparpläne – Bundesweite Proteste (6 Min)
10.07.2026 06:15 Uhr
Betriebsrat stellt VW-Chef Blume Ultimatum
In der betriebsratseigenen Zeitung „Mitbestimmen“ heißt es, VW-Chef Oliver Blume solle bis Freitag „im Laufe des Tages der Belegschaft gegenüber Stellung beziehen“ und sich unmissverständlich zu den Gerüchten über die angeblichen Vorstandspläne äußern. Der Umgang des Vorstands mit der Belegschaft sei „an Respektlosigkeit nicht mehr zu überbieten“, wird Konzernbetriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo zitiert.
Blume steht in der Pflicht, massiven Schaden wenigstens noch zu begrenzen.
Daniela Cavallo, VW-Konzernbetriebsratsvorsitzende

Daniela Cavallo mit IG Metall-Verhandlungsführer Thorsten Gröger am Donnerstag in Wolfsburg.
10.07.2026 06:09 Uhr
VW will Kapazitäten auf neun Millionen Fahrzeuge begrenzen
In einer am Donnerstagabend veröffentlichten Pressemitteilung kündigte der VW-Konzern eine Reduzierung der globalen Produktionskapazitäten auf nur noch neun Millionen Fahrzeuge pro Jahr an. Die Modellpalette soll demnach um bis zu 50 Prozent gestrafft werden. Die Angebotskomplexität werde „um bis zu 75 Prozent reduziert“, heißt es in dem Papier. „Mit unserem Zukunftsplan gehen wir in die nächste Phase der Transformation“, teilte Konzern-Chef Oliver Blume in dem Papier mit. Man wolle die Volkswagen-Group bis 2030 „zum attraktivsten Automobilunternehmen der Welt“ machen, so Blume.
10.07.2026 06:00 Uhr
Ministerpräsident Lies: „Brauchen Zukunftsperspektive“

Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) nach der VW-Aufsichtsratssitzung in Wolfsburg.
Auch Niedersachsens Ministerpräsident und VW-Aufsichtsratsmitglied Olaf Lies (SPD) äußerte sich noch am Abend. Lies erinnerte daran, dass Werksschließungen keine Zukunftsstrategie für Volkswagen seien. „Entscheidend ist, dass Volkswagen wieder mit wettbewerbsfähigen, innovativen Produkten überzeugt und die vorhandenen Synergien im Konzern konsequent nutzt“, so Lies. Wann konkrete Entscheidungen bezüglich der künftigen strategischen Ausrichtungen getroffen werden, sei „noch unklar“. „Wir brauchen eine Zukunftsperspektive für unsere Standorte“, sagte Lies in Wolfsburg dem NDR Niedersachsen.
10.07.2026 05:52 Uhr
Video-Statement von VW-Chef Blume
Der VW-Konzern veröffentlichte im Anschluss an die Aufsichtsratssitzung auf der Internetseite der Volkswagen-Group ein Video-Statement von VW-Chef Oliver Blume. Darin geht er nicht auf den Inhalt der Gespräche ein, sondern äußert sich allgemein zur Lage des Konzerns. Auch zu möglichen Werksschließungen und einem Stellenabbau äußert sich Blume nicht.
10.07.2026 05:43 Uhr
Sehr unterschiedliche Reaktionen der einzelnen Seiten
Mehrere Stunden hatten die Aufsichtsräte von Volkswagen am Donnerstag hinter verschlossenen Türen getagt. Konkrete Ergebnisse gab es nicht. Obwohl sie am selben Tisch gesessen haben, fallen die Reaktionen von Betriebsrat, Unternehmen und dem Land Niedersachsen hinterher unterschiedlich aus.
10.07.2026 05:30 Uhr
Guten Morgen!
NDR Niedersachsen nimmt den Live-Blog zur Zukunft von Volkswagen wieder auf. Die Aufsichtsratssitzung ist am Donnerstagabend zu Ende gegangen. Es gibt weiterhin keine Angaben zu möglichen Werksschließungen oder Stellenabbau. Der VW-Betriebsrat stellte Konzern-Chef Oliver Blume ein Ultimatum. Er solle sich heute im Laufe des Tages unmissverständlich zu den Gerüchten über die angeblichen Vorstandspläne äußern. NDR Niedersachsen hält Sie hier auf dem Laufenden.

Die Sitzung des Gremiums dauerte mehrere Stunden. Hunderte Beschäftigte demonstrierten vor den VW-Werken. Alle Entwicklungen hier im Blog.

Hier ist das Ende der VW-Produktion schon beschlossen. Wie es für die 2.300 Beschäftigten weitergeht, ist unklar.

Beim autonomen Fahren setzt VW möglicherweise nicht mehr auf die Zusammenarbeit mit Bosch. Helena Wisbert ordnet ein, warum.

Wer gute E-Autos bauen will, braucht Software-Know-how. Das fehle Volkswagen, sagte Branchenkenner Philipp Raasch auf NDR Info.

In Wolfsburg trifft sich am Donnerstag der VW-Aufsichtsrat, um über diese heiklen Themen zu beraten. Der Ausgang ist ungewiss.

Durchgesickerte Sparpläne verbreiten Unsicherheit. Außerdem will der Konzern eine Kooperation mit dem Zulieferer Bosch beenden.

2026 wird erneut kein einfaches Jahr für VW. Analysten betonen, dass der Konzern vor allem attraktive Modelle entwickeln muss.

Bei der Hauptversammlung betonte Blume, das Sparprogramm zeige Wirkung. Trotzdem müsse der Wolfsburger Konzern weiter reagieren.