In Friedrichsfelde plant die HOWOGE Am Lindenplatz 297 Wohnungen. Der Garagenhof wird derzeit abgerissen. Das Vorhaben bleibt umstritten.
Das Straßenschild „Am Lindenplatz“ markiert den Standort des Neubauprojekts in Berlin-Friedrichsfelde. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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In Friedrichsfelde bereitet die HOWOGE das Grundstück Am Lindenplatz für ein neues Wohnquartier vor. Auf dem ehemaligen Garagenhof sollen 297 Wohnungen und kleinere Gewerbeflächen entstehen. Vor Ort laufen derzeit Abbrucharbeiten. Kritik gibt es vor allem wegen der weggefallenen Stellplätze und der weiteren Verdichtung des Wohngebiets.
- Bezirk: Lichtenberg
- Adresse: Am Lindenplatz / Schwarzmeerstraße 57, 10319 Berlin
- Anzahl Wohnungen: 297
- Fertigstellung: erstes Quartal 2029
Vom früheren Garagenhof ist kaum noch etwas zu erkennen. Hinter den Bauzäunen liegen große Haufen aus Betonplatten, Mauerwerk und weiterem Abbruchmaterial. Einzelne Wandteile und Träger stehen noch. Weiße Säcke mit Bauschutt verteilen sich über das Gelände. Weite Abschnitte sind durch hohe, teilweise blickdichte Zäune abgeschirmt. Nur an wenigen Stellen lässt sich der Stand der Arbeiten von außen beobachten.
Die HOWOGE hatte angekündigt, mit den bauvorbereitenden Maßnahmen Anfang 2026 zu starten. Dazu gehören der Abriss sämtlicher Garagen, die Entfernung der Stellplätze und die Entsiegelung des rund 15.000 Quadratmeter großen Grundstücks. Die Flächen konnten nach Angaben des Unternehmens bis Ende September 2025 genutzt werden. Der eigentliche Hochbau soll im Februar 2027 beginnen.
Säcke mit Bauschutt und weitere Materialien liegen auf dem abgesperrten Baustellengelände Am Lindenplatz in Friedrichsfelde. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Zwei Neubauten mit 297 Wohnungen am Lindenplatz
Geplant sind zwei gegliederte Wohngebäude mit fünf bis acht Geschossen. Sie sollen insgesamt 297 Wohnungen mit einem bis fünf Zimmern umfassen. Die Hälfte der Wohnungen soll öffentlich gefördert und an Haushalte mit Wohnberechtigungsschein vergeben werden. Mindestens 50 Prozent der Einheiten sind barrierefrei vorgesehen, darunter zwei rollstuhlgerechte Wohnungen. Im Erdgeschoss plant die HOWOGE kleinere Gewerbeflächen für Dienstleistungen und die Versorgung des Quartiers. Ein Supermarkt ist nach aktuellem Stand nicht vorgesehen.
ZOOMARCHITEKTEN entwarfen zwei Z-förmige Gebäude in Holz-Hybridbauweise. Vorgesehen sind Außenwände aus Holztafelelementen und Fassaden aus thermisch behandeltem Holz. Das Energiekonzept umfasst Wärmepumpen, Photovoltaik und den Effizienzhausstandard 40. Regenwasser soll vollständig auf dem Grundstück versickern. Geplant sind außerdem begrünte Dächer, neue Bäume, Spiel- und Bewegungsflächen sowie barrierefreie Wege.
Auf dem Baufeld Am Lindenplatz in Friedrichsfelde laufen derzeit die Abbrucharbeiten. Große Betontrümmer und ehemalige Gebäudeteile prägen das Gelände. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Am Lindenplatz: Wegfall von 300 Stellplätzen sorgt für Kritik
Das Vorhaben trifft in der Nachbarschaft auf Widerstand. An einem Informationskasten nahe der Baustelle hängen handgeschriebene Protestzettel. Darin kritisieren Anwohner den Verlust von rund 300 Parkmöglichkeiten und befürchten zusätzliche Belastungen für das Wohngebiet. Auch gegenüber dem Senat und der HOWOGE sprachen sich frühere Nutzer vielfach für den Erhalt der Garagen oder für erreichbare Ersatzangebote aus.
Eine zunächst geprüfte Quartiersgarage kommt voraussichtlich nicht zustande. Nach Angaben der HOWOGE und des Berliner Senats fand sich weder auf eigenen Flächen noch auf Grundstücken des Bezirks ein geeigneter Standort. Eine Machbarkeitsuntersuchung sei ebenfalls zu diesem Ergebnis gekommen. Statt neuer Autostellplätze setzt das Mobilitätskonzept auf etwa 500 Fahrradstellplätze, Lastenräder, Sharing-Angebote und die Nähe zum öffentlichen Nahverkehr. Der U-Bahnhof Friedrichsfelde und mehrere Buslinien liegen in der Umgebung.
Am Informationskasten der HOWOGE haben Anwohner handgeschriebene Protestplakate gegen den Wegfall der Stellplätze angebracht. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Quellen: HOWOGE, Schriftliche Anfrage an das Abgeordnetenhauses von Berlin, Drucksache 19/23482, ZOOMARCHITEKTEN, Berliner Morgenpost



