Knapp zwei Monate nach dem Verschwinden eines Babys aus der Helios St. Johannes Klinik im Duisburger Stadtteil Hamborn fahndet die Polizei noch immer nach der Mutter des Kindes. Nach Informationen der Ermittler sollen sich Frau und Kind mittlerweile wohl in Rumänien aufhalten, der konkrete Aufenthalt ist den Behörden aber wohl noch nicht bekannt.

Dabei musste das Kind zu diesem Zeitpunkt eigentlich noch behandelt werden. Warum das Baby im Krankenhaus war, wurde nicht mitgeteilt. Direkt nach dem Verschwinden leitete die Polizei Suchmaßnahmen ein, bei der unter anderem auch ein Personenspürhund eingesetzt wurde.

Polizei will Adresse in Rumänien überprüfen

Die Polizei stoppte die Familie dann auf einer Autobahn in Ungarn, zeitweise wurde das Baby dann in einem Krankenhaus vor Ort behandelt. Inzwischen hat die Duisburger Polizei die Fahndungsmaßnahmen nach der Mutter ausgeweitet. Derzeit versuche man, die Dokumente aus dem Krankenhaus in Ungarn einzusehen, so eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Auch eine Anschrift in Rumänien nimmt man unter die Lupe.

Es soll sich bei dem Vorfall um einen sogenannten Kinderschutzfall handeln. Das bedeutet, dass die Kinderschutzgruppe der Klinik eingeschaltet wird, weil der Verdacht besteht, dass das Wohl eines Kindes gefährdet sein könnte, zum Beispiel weil eine medizinische Behandlung abgebrochen wird.

Ein Sprecher der Helios St. Johannes Klinik hatte damals erklärt, dass das Krankenhaus Eltern grundsätzlich nicht daran hindern könne, ihr Kind mitzunehmen. „Wenn die Eltern mit ihrem Kind wieder gehen wollen, können wir sie ja nicht daran hindern. Wir können nur darauf aufmerksam machen, dass dies gegen den ausdrücklichen ärztlichen Rat passiert“, sagte er. Besteht allerdings Lebensgefahr oder eine erhebliche Kindeswohlgefährdung, werde die Polizei informiert.