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München – 30 Grad, Hotelpreise wie auf den Malediven und Fans, die quer durch Europa reisen: Vor dem ersten BTS-Konzert in München ist die Stadt im Ausnahmezustand – wegen sieben südkoreanischer Musiker! Schon Stunden vor Konzertbeginn strömen Zehntausende Fans zur Allianz Arena. Bahnhöfe sind voller junger Menschen mit lila Fanartikeln, Hotels melden Rekordauslastung, auf den Straßen wird plötzlich Koreanisch gesprochen.

Die sieben Musiker aus Südkorea sorgen mit ihrem ersten Deutschland-Konzert nach ihrer mehrjährigen Pause für einen Hype, wie ihn zuletzt höchstens Taylor Swift ausgelöst hat. Wer kurzfristig nach München zum BTS-Konzert reisen wollte, musste tief in die Tasche greifen. Eine Stichprobe auf Booking.com zeigt: Für eine Nacht im Sofitel Munich Bayerpost wurden am Konzertwochenende bis zu 2652 Euro verlangt. Im Rosewood Munich kostete ein Zimmer 1971 Euro. Auch die Tickets waren alles andere als günstig. Regulär lagen sie zwischen rund 90 und 280 Euro. Für VIP-Soundcheck-Pakete wurden teilweise 780 Euro verlangt. Auf dem Schwarzmarkt werden einzelne Plätze inzwischen sogar für mehrere Tausend Euro angeboten.

Morena (v.l., 23), Rosalinda (28) und Aurora (18)  mit einem lila Wal: Er ist eines der bekanntesten Symbole der BTS-Fangemeinde. Er geht auf den BTS-Song „Whalien 52“ aus dem Jahr 2015 zurück

Von links: Morena (23), Rosalinda (28) und Aurora (18) mit einem lila Wal: Er ist eines der bekanntesten Symbole der BTS-Fangemeinde. Er geht auf den BTS-Song „Whalien 52“ aus dem Jahr 2015 zurück

Foto: Stefan M. Prager

„Wir haben 1500 Euro für drei Tickets bezahlt“

Für viele Fans spielt Geld an diesem Wochenende keine Rolle mehr. Morena (23), Rosalinda (28) und Aurora (18) aus Köln wollten ursprünglich übernachten: „Wir hatten ein Hotelzimmer für 282 Euro gebucht, haben es aber wieder storniert. Unsere Eltern haben uns hergebracht und holen uns heute Nacht wieder ab“, erzählen sie BILD. Allein für drei Konzertkarten zahlten sie 1500 Euro.

Hardcore-Fans: Halina (l., 28) und Darina (23) kamen extra aus Polen in die bayerische Landeshauptstadt

Hardcore-Fans: Halina (l., 28) und Darina (23) kamen extra aus Polen in die bayerische Landeshauptstadt

Foto: Stefan M. Prager

Auch die Ukrainerinnen Halina (29) und Darina (23) reisten extra aus Polen nach München. „Wir haben sogar ein bisschen Koreanisch gelernt“, erzählen die beiden lachend. Rund 400 Euro kosteten ihre Tickets.

Julia (21) und Rachel (23) sind mit dem Zug aus der Nähe von Koblenz nach München mit dem Zug gereist. Für das Hotelzimmer löhnen sie 800 Euro, für die Tickets zahlten sie jeweils 400 Euro

Julia (21) und Rachel (23) aus der Nähe von Koblenz nahmen den Zug nach München. Für ihr Hotel zahlen sie 800 Euro, für die Eintrittskarten jeweils 400 Euro

Foto: Stefan M. Prager

BTS: Ein weltweites Phänomen

Für viele Außenstehende ist der Hype kaum zu verstehen. Doch BTS ist längst weit mehr als eine Boyband! Die sieben Musiker gelten als das erfolgreichste K-Pop-Phänomen der Welt. Über 100 Millionen Fans gehören zur sogenannten ARMY. Den Durchbruch schaffte BTS 2017. Die Band setzte früh auf YouTube und Social Media. Millionen Fans verfolgten das Leben der Musiker nahezu täglich. Dazu kamen Songs über Selbstzweifel, Leistungsdruck, Freundschaft und Hoffnung – Themen, mit denen sich viele junge Menschen identifizieren.

BTS bei ihrem Comeback-Konzert am 21. März in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul

BTS bei ihrem Comeback-Konzert am 21. März in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul

Foto: Getty Images

Militärdienst schickte BTS in die Zwangspause

Weil in Südkorea für Männer Wehrpflicht gilt, mussten die sieben BTS-Mitglieder nacheinander ihren Militärdienst absolvieren. Die Band legte deshalb eine rund vierjährige Zwangspause ein. Für viele Fans ist das Münchner Konzert deshalb weit mehr als nur ein Musikabend. Es ist das Wiedersehen mit der Band, die sie seit ihrer Jugend begleitet.

Mehr zum ThemaMünchner Polizei erwartet friedlichen Verlauf

Übrigens: Auch die Münchner Sicherheitskräfte haben sich auf das Mega-Event gut vorbereitet. Eine Polizeisprecherin sagt zu BILD: „Das Konzert war natürlich ein Thema bei uns. Wir erwarten einen friedlichen Verlauf. Das Einzige, was uns ein bisschen Bauchschmerzen bereiten könnte, wäre die Verkehrssituation. Vermutlich werden viele Fans mit dem Pkw anreisen, da kann es schnell zu Staus kommen.“