Die Türkei plant offenbar den Verkauf russischer S-400 Triumf-Luftverteidigungssysteme an einen Golfstaat, um die Spannungen in ihren Verteidigungsbeziehungen zu den USA abzubauen. Zu den potenziellen Käufern zählen die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Katar. Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund, dass Moskau die Genehmigung des Geschäfts erwägt und Washington eine mögliche Aufhebung der Sanktionen gegen Ankara signalisiert hat.

Das russische Luftverteidigungssystem S-400 bei der Parade. Das russische Luftverteidigungssystem S-400 bei der Siegesparade in Moskau am 9. Mai 2021. Foto: AFP/VNA

Laut der Zeitung Hürriyet plant Ankara, die S-400-Systeme nach Klärung der letzten Details an einen Dritten zu übertragen. Aufgrund der Bestimmungen für Re-Exportlizenzen benötigt die Türkei die Zustimmung Russlands für den Abschluss dieser Transaktion. Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigte, dass Russland diesbezüglich weiterhin mit der Türkei im Dialog steht.

Ziel ist es, die Sanktionen aufzuheben und das F-35-Projekt wieder aufzunehmen.

Der Plan zum Verkauf der S-400-Raketenabwehrsysteme entstand nach positiven Signalen aus Washington. US- Präsident Donald Trump deutete an, dass seine Regierung eine Aufhebung der Sanktionen gemäß dem „Countering America’s Adversaries Through Sanctions Act“ (CAATSA) und eine erneute Prüfung des Verkaufs der F-35-Tarnkappenjäger an Ankara in Erwägung ziehen könnte. Trump betonte seinen Wunsch, Sanktionen gegen verbündete Nationen zu vermeiden, und hob die Bedeutung dieser Flugzeuge hervor.

Um CAATSA jedoch vollständig aufzuheben, knüpften die USA strenge rechtliche Bedingungen. Die US-Regierung musste dem Kongress mitteilen, dass die S-400-Systeme in der Türkei nicht mehr einsatzfähig seien, dass Ankara sie nicht mehr besitze und dass sie sich verpflichte, künftig keine vergleichbaren Verteidigungsbeziehungen mit Russland einzugehen.

Das S-400-System wurde noch nie in der Türkei eingesetzt.

Obwohl die Türkei 2019 ihre erste Lieferung S-400-Systeme erhielt, hat sie diese nie in den aktiven Dienst gestellt. Analysten vermuten, dass Ankara den Lagerstatus bewusst aufrechterhält, um die Hoffnung auf eine Wiedereingliederung in das F-35-Programm zu wahren. Tatsächlich wurde die S-400 auch aus dem eigenständig entwickelten türkischen Mehrschicht-Luftverteidigungsprojekt „Steel Dome“ ausgeschlossen.

Die Integration des S-400 in das nationale Luftverteidigungsnetz scheitert an technischen Hindernissen. Das russische System hat Schwierigkeiten, Daten mit den im Inland produzierten Komponenten des Projekts „Steel Dome“ zu synchronisieren. Ankara verfolgt daher weiterhin die Beschaffung amerikanischer Patriot- oder europäischer SAMP/T-Systeme, um sein Verteidigungsnetz zu vervollständigen.

Druck zur Modernisierung der Luftwaffe.

Die türkische Luftwaffe steht unter Modernisierungsdruck, da regionale Konkurrenten wie Israel bereits die F-35I Adir einsetzen und Griechenland sich auf die Lieferung von F-35 ab 2028 vorbereitet. Gleichzeitig besteht die Flotte Ankaras größtenteils noch aus älteren F-16. Trotz der Entwicklung des im Inland produzierten Kampfflugzeugs der fünften Generation, der KAAN, wird die Türkei noch viele Jahre lang eine Lösung benötigen, um diese Leistungslücke zu schließen.

Darüber hinaus verlieren die S-400-Systeme mit der Zeit an Wert. Aufgrund ihrer Inaktivität wäre für die Instandhaltung der Abfangraketen technische Unterstützung aus Russland erforderlich, was Ankara mit zusätzlichen westlichen Sanktionen konfrontieren könnte. Unter Berücksichtigung taktischer und geopolitischer Faktoren gilt die Aufgabe der S-400 als die sinnvollste Option für die Türkei, ihre Luftstreitkräfte mit der F-35 wieder aufzubauen.

Quelle: https://baolamdong.vn/tho-nhi-ky-co-the-ban-lai-he-thong-s-400-de-doi-lay-co-hoi-so-huu-tiem-kich-tang-hinh-f-35-452974.html