„Für Deutschland außergewöhnlich hoch“

Dritte Hitzewelle kommt – doch diesmal wird es anders

Aktualisiert am 12.07.2026 – 07:00 UhrLesedauer: 3 Min.

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Schichtdicke und Luftdruck: Das Hochdruckgebiet (in Pink) zieht aus Frankreich nach Deutschland und bringt die nächste Hitzewelle mit sich. (Quelle: ECMWF)

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Kommt jetzt die nächste Extremhitze? Ein Wetterexperte erklärt, wann die nächste Hitzewelle Deutschland erfasst, weshalb sie sich von der Junihitze unterscheidet und wie heiß sie ausfallen wird.

Die Wetterlage in Deutschland stellt sich zur zweiten Julihälfte grundlegend um. Ein Azorenhoch dehnt sich über Mitteleuropa aus. Der Diplom-Meteorologe Özden Terli erklärt das Wettergeschehen für t-online: „Nach dem Durchzug des Sturmtiefs über Südskandinavien in Richtung Baltikum endet die derzeitige kühle und wechselhafte Wetterphase. Anschließend setzt sich ein Hochdruckgebiet durch, das die Temperaturen wieder deutlich ansteigen lässt.“

Die heißeste Luft verbleibe zunächst zwar über Frankreich, die Hitze halte jedoch zum Wochenende auch in Deutschland Einzug. „Nach derzeitigem Stand deutet vieles auf eine sogenannte Omega-Lage hin. Die großen Wettermodelle stimmen derzeit weitgehend darin überein, dass sich diese Lage etabliert und mindestens bis Anfang oder Mitte der kommenden Woche bestehen bleibt“, erläutert der Wetterexperte des ZDF.

Hitze erreicht in Deutschland 39 Grad

Bis zum Samstag klettern die Höchstwerte fast in ganz Deutschland auf 25 bis 30 Grad. Im Westen und Südwesten wird es deutlich heißer. Dort sind örtlich bis zu 34 Grad möglich. Einige Modellrechnungen sehen in der Spitze sogar Werte zwischen 37 und 39 Grad.

Karte zeigt die Temperaturprognose für den 15. Juli nach einem lauf des ECMWF-Wettermodells. Deutschland steht vor der dritten Hitzewelle des Jahres.Vergrößern des BildesDie Temperaturprognose für den 15. Juli nach einem Lauf des ECMWF-Wettermodells. (Quelle: meteociel.fr/ECMWF)

Neue Hitzewelle unterscheidet sich von der Junihitze

Nach den Berechnungen des europäischen Wettermodells bleibt das Hoch mindestens bis zum 18. Juli wetterbestimmend. Während im Osten einzelne kurze Gewitterschauer nicht ausgeschlossen werden können, dominiert im Rest Deutschlands sonniges und trockenes Sommerwetter.

Im Unterschied zu der vergangenen Hitzewelle soll aber die Luft zunächst vergleichsweise trocken bleiben. Die Taupunkte liegen überwiegend in einem angenehmen Bereich, sodass die Hitze weniger belastend empfunden werden dürfte als bei schwülwarmer Witterung.

Die Abbildung der TaupunkttemperaturDie Abbildung der Taupunkttemperatur (Quelle: ECMWF)Taupunkt

Der Taupunkt oder die Taupunkttemperatur ist ein Maß zur Erfassung der Feuchtigkeit in der Luft. Dieser ist meistens niedriger als die Lufttemperatur und wird in Grad angegeben. Sobald der Taupunkt und die Lufttemperatur gleich sind, beträgt die Luftfeuchtigkeit 100 Prozent.

Warum die Hitzewellen in Deutschland immer heißer werden

Die hohen Temperaturen sind dabei nicht allein auf die aktuelle Wetterlage zurückzuführen, betont der Meteorologe Terli. „Durch die globale Erwärmung liegt das Temperaturniveau insgesamt bereits deutlich höher als früher. Kommt dann zusätzlich heiße Luft aus südlichen Regionen nach Mitteleuropa und wird diese unter einem stabilen Hoch weiter aufgeheizt, entstehen besonders hohe Temperaturen.“ Dieser Effekt sei inzwischen ein fester Bestandteil des Klimasystems in Europa und werde sich in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter verstärken.