Ausflugstipp für Leipziger
Karibikflair nur eineinhalb Stunden von Leipzig entfernt
Aktualisiert am 12.07.2026 – 11:15 UhrLesedauer: 2 Min.
Morgennebel über der Talsperre Pöhl: Einigen Kilometern von Leipzig entfernt, findet sich eine Urlaubskulisse. (Quelle: imago stock&people/imago)
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Die Talsperre Pöhl im Vogtland trägt ihren mediterranen Spitznamen nicht ohne Grund. Was den Stausee besonders macht – und was für immer in der Tiefe verschwand.
Türkis schimmerndes Wasser zwischen bewaldeten Hügeln: Sachsens drittgrößte Talsperre trägt ihren mediterranen Spitznamen nicht zufällig. Unter der Wasseroberfläche liegt zudem eine Geschichte, die kaum ein Badegast kennt.
Wer im Sommer Abkühlung sucht, muss von Leipzig aus nicht ans Mittelmeer oder die Ostsee – ein Stück A72 reicht. Im Vogtland liegt ein Stausee, der im Frühsommer fast karibisches Flair versprüht: Rund 62 Millionen Kubikmeter Wasser schmiegen sich in die Hügellandschaft, der Kontrast aus blauem Wasser und sattem Grün wirkt an manchen Tagen wie aus dem Süden. Die Einheimischen nennen die Talsperre Pöhl deshalb augenzwinkernd „Costa Pöhla“ – oder eine Nummer größer: „Vogtländisches Meer“.
Übertrieben ist das nur halb: Mit sieben Kilometern Länge und bis zu zwei Kilometern Breite ist die Pöhl die drittgrößte Talsperre Sachsens. Und anders als die jungen Tagebauseen des Leipziger Neuseenlands liegt sie eingebettet in bewaldete Hügel – mit mehr als sechs Jahrzehnten Badetradition.
Ein Dorf verschwand im Wasser
Ihren Namen verdankt die Talsperre einem Ort, den es nicht mehr gibt: Das Dorf Pöhl musste für den Bau zwischen 1958 und 1964 komplett abgerissen werden, die 530 Einwohner wurden umgesiedelt. Kurios aus Leipziger Sicht: Ursprünglich versorgte der Stausee vor allem die Industrie bis in den Raum Leipzig mit Brauchwasser – der See arbeitete also einst für die Messestadt.
Heute dient die Talsperre vor allem dem Hochwasserschutz und der Erholung. Nach Angaben des Talsperren-Zweckverbandes kommen jährlich 350.000 bis 400.000 Besucher.
Baden am längsten FKK-Strand Mitteldeutschlands
Zum Baden laden sechs bewirtschaftete Liegewiesen ein, dazu kommt ein 2,5 Kilometer langer FKK-Strand – laut Zweckverband der längste Mitteldeutschlands. Wer mehr will als Schwimmen: Auf dem Wasser sind Segler und Paddler unterwegs, an Land warten ein Kletterwald, Minigolf, ein Golfplatz und ein Vier-Sterne-Campingplatz.
Ab 11 Uhr starten täglich Fahrgastschiffe zu einstündigen Rundfahrten über den See. Ein knapp 20 Kilometer langer Rundweg führt um das gesamte Gewässer – für einen Nachmittag lassen sich aber auch einzelne Uferabschnitte erkunden. Den besten Überblick bietet der 14 Meter hohe Julius-Mosen-Turm auf dem Eisenberg: Von dort reicht der Rundblick über die komplette Talsperre.

