Neuer Kinofilm

Kölner Comedy-Ikonen rechnen mit 90er-TV ab

12.07.2026 – 10:30 UhrLesedauer: 2 Min.

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Maren Kroymann, Bettina Böttinger, Gaby Köster, Hella von Sinnen und Esther Schweins , (v.l.n.r.), bei der Filmpremiere von „Was haben wir gelacht“: Der Film erzählt die Geschichte des deutschen Unterhaltungsfernsehen der 90er aus der Frauenperspektive. (Quelle: IMAGO/Horst Galuschka /imago)

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Gaby Köster, Hella von Sinnen und Bettina Böttinger blicken auf die Fernsehunterhaltung der 90er-Jahre zurück. Dabei geht es um derbe Witze, männliche Macht und die Frage, wer damals überhaupt lustig sein durfte.

Laute Männer, derbe Sprüche und Frauen, die häufig nur als schmückendes Beiwerk oder Zielscheibe für Pointen dienten: Ein neuer Kinofilm blickt kritisch auf die großen Unterhaltungsshows der 1990er- und frühen 2000er-Jahre zurück. Mit dabei sind gleich mehrere prominente Frauen, deren Karrieren eng mit Kölns Fernsehlandschaft verbunden sind.

Für den Dokumentarfilm „Was haben wir gelacht“ kommen unter anderem Gaby Köster, Hella von Sinnen und Bettina Böttinger zu Wort. Gemeinsam mit Maren Kroymann und Esther Schweins erinnern sie sich an eine Zeit, in der die deutsche TV-Unterhaltung größtenteils von Männern geprägt wurde.

Die fünf Frauen sprechen über ihre eigenen Karrieren, alte Rollenbilder und die Mechanismen hinter den damaligen Erfolgsformaten. Der Film stellt dabei unbequeme Fragen: Wer durfte im Fernsehen witzig sein? Über wen wurde gelacht? Und welchen Einfluss hatten Macht und Geschlecht auf die Karrieren vor und hinter der Kamera?

Gaby Köster wurde in Köln zum TV-Star

Die gebürtige Kölnerin Gaby Köstner wurde zunächst durch die Comedyshow „7 Tage, 7 Köpfe“ bekannt. Ihren endgültigen Durchbruch feierte sie anschließend mit der RTL-Serie „Ritas Welt“, in der sie eine schlagfertige Supermarktmitarbeiterin spielte.

Auch Hella von Sinnen prägte über Jahrzehnte die deutsche Fernsehunterhaltung. Die Wahlkölnerin wurde einem Millionenpublikum vor allem durch die Spielshow „Alles nichts oder?!“ an der Seite von Hugo Egon Balder bekannt. Mit ihrer lauten, direkten und bewusst unangepassten Art nahm sie eine Sonderrolle in der damaligen Fernsehlandschaft ein.

Bettina Böttinger wiederum steht wie kaum eine andere Moderatorin für den WDR-Standort Köln. Über viele Jahre präsentierte sie Talkformate wie den „Kölner Treff“ und sprach öffentlich immer wieder über die Schwierigkeiten von Frauen und queeren Menschen im Mediengeschäft.

Frauen galten als Risiko für die Quote

„Was haben wir gelacht“ erzählt die Geschichte des deutschen Unterhaltungsfernsehens erstmals konsequent aus der Perspektive erfolgreicher Frauen. Diese seien in vielen Shows lediglich Beiwerk gewesen oder hätten selbst als Pointe herhalten müssen. Weiblicher Humor sei in der Branche teilweise sogar als Risiko für die Einschaltquote betrachtet worden.

Gleichzeitig blickt die Dokumentation nicht nur wütend zurück. Die Protagonistinnen erinnern sich auch an Erfolge, legendäre Fernsehauftritte und an Momente, in denen sie sich gegen die männlich dominierten Strukturen durchsetzen konnten.