Ein Jubiläum der besonderen Art hatten nun die Gerlinger Floriansjünger. Freuen dürften sich über die geglückte Rettung aber nicht alle.
Gerlingen. Zum 100. Einsatz im laufenden Jahr wurde die Freiwillige Feuerwehr Gerlingen jüngst in die Obere Ringstraße alarmiert. Besorgte Anwohner hatten über den Notruf eine tierische Notlage gemeldet: Eine Ratte steckte im Ablaufgitter einer sogenannten Birco-Rinne fest und konnte sich nicht mehr selbstständig befreien.
Beim Eintreffen der Einsatzkräfte hatten die Anwohner das Gitter bereits „vorbildlich ausgehoben“, heißt es in einem Bericht, und auf einer Mülltonne positioniert. Da das sichtlich gestresste und verzweifelte Tier jedoch „wehrhaft“ reagierte, habe sich niemand an die direkte Rettung getraut.
Ein Feuerwehrmann, speziell ausgerüstet mit dicken Leder-Schutzhandschuhen, griff beherzt zu und konnte das Tier unbeschadet befreien. Vor Angst biss die Ratte zwar noch mehrmals in den robusten Handschuh, verletzte den Retter dabei dank der Schutzkleidung jedoch nicht. Nach der erfolgreichen Befreiung wurde das Tier umgehend und wohlauf in die nahegelegene Natur entlassen.
Reaktionen auf Einsatz
Für den Bericht gab es in den sozialen Medien Applaus. „Jedes Leben zählt. Danke“, lautete etwa ein Kommentar. Andere wiesen darauf hin, dass sich vielleicht nicht jeder Nachbar über das Tier und dann weitere Nachkommen freut.
Doch auch abseits der Frage der Sinnhaftigkeit des Einsatzes: Im vergangenen Jahr absolvierten die Gerlinger Feuerwehrleute ihren 100. Einsatz erst Mitte August, bei einem Unfall im Engelbergtunnel, bei dem sie aber letztlich nicht tätig werden mussten. Und 2024 war das „Jubiläum“ noch einen Monat später.