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Espelkamp (NRW) – Die Hiobsbotschaften aus der Autoindustrie und der Zulieferbranche reißen einfach nicht ab. Jetzt trifft es einen Traditionsbetrieb, der für seinen Werkzeug-, Formen- und Maschinenbau bekannt ist.
Zulieferer Steinkamp wurde 1970 gegründet. Produziert wird am Standort Espelkamp (NRW). Sitz der Geschäftsführung ist Betzenweiler (Baden-Württemberg). Das Unternehmen entwickelt und konstruiert Werkzeuge und Maschinen für die Automobil-, Kunststoff- und Zulieferindustrie.
Pleite folgt auf Pleite
Die Steinkamp GmbH Werkzeug- und Maschinenbau hat schon eine schwere Krise hinter sich. Die Geschäftsführer Markus Lindenstruth und Maik Supe hatten das Unternehmen im Juli 2023 übernommen. Vorausgegangen waren ein Insolvenzverfahren der früheren Steinkamp GmbH & Co. KG im Jahr 2021 und der anschließende Neustart.
Jetzt ist das Unternehmen schon wieder pleite. Das Amtsgericht Ravensburg hat schon am 22. Juni 2026 die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet. Insolvenzverwalter Tobias Sorg sagte der „Neuen Westfälischen“, dass vor allem aus der Autoindustrie deutlich weniger Aufträge eingehen. Ein Versuch, neue Märkte zu erschließen, habe nicht ausgereicht. Auch Sparmaßnahmen nicht.
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Der Zulieferer beschäftigt noch 71 Mitarbeiter, darunter zehn Azubis. Laut Insolvenzverwalter läuft der Geschäftsbetrieb weiter. Für die Belegschaft drängt allerdings die Zeit: Die Löhne sind über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit nur noch bis Ende Juli abgesichert. Wie es danach weitergeht, ist offen. Noch sei es zu früh, über mögliche Zukunftslösungen zu sprechen.
So steht es um deutsche Unternehmen
Die Branche steckt insgesamt in einer schwierigen Lage. Gerade erst ging in Sachsen eine Maschinenfabrik nach mehr als 130 Jahren pleite. 120 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. Auch in Schleswig-Holstein ist ein Maschinenhersteller insolvent. Dort sind 160 Mitarbeiter betroffen.
Deutsche Zulieferer belegten 2025 beim Umsatz weltweit zwar Rang zwei, erzielten laut einer Studie aber mit einer Gewinnmarge von lediglich 1,7 Prozent den schlechtesten Wert aller großen Zuliefernationen. Japan kam auf 5,9 Prozent, China auf 9,6 Prozent.
Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland stieg im April auf den höchsten Stand seit 14 Jahren. Amtsgerichte registrierten 2276 Firmenpleiten, 7,1 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.