In der Debatte über eine wettbewerbsfähige Energieversorgung der Industrie schließt sich Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) Forderungen nach einer Spaltung des deutschen Strommarkts an. Durch unterschiedliche Strompreiszonen sollten Unternehmen in der Nähe von Windkraftanlagen günstig versorgt werden, sagte der SPD-Politiker der Süddeutschen Zeitung.
Demnach gäbe es in Brandenburg einen Strompreis von rund 25 Cent je Kilowattstunde. Gleichzeitig würde die Stromerzeugung im Brandenburg durch Wind- und Solarparks jedoch nur zwischen fünf und sieben Cent kosten. »Das heißt: Wir verschenken hier eigentlich gerade unseren Standortvorteil«, sagte Woidke laut SZ.
Söder setzt sich für einheitliche Zone ein
Die Bundesregierung will bisher vor allem auf Druck der
südlichen Bundesländer an einer einheitlichen Strompreiszone in
Deutschland festhalten. Zu deren Verfechtern zählt der CSU-Chef
und bayerische Ministerpräsident Markus Söder. Das
Wirtschaftsministerium hatte die Position der Bundesregierung im
Dezember an die EU-Kommission übermittelt.
Eine Aufteilung würde
dem Ministerium zufolge die Investitionsunsicherheit in der
Energiewirtschaft erhöhen und zu regionalen Kostenunterschieden
für Endverbraucher führen. Diese gibt es jedoch bereits heute
zulasten der Menschen und Firmen im Norden.
Günther will über Strompreiszone mit Dänemark debattieren
Schleswig-Holsteins
Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hatte sich in der Vergangenheit für eine Debatte
über eine gemeinsame Strompreiszone mit Dänemark ausgesprochen. Ähnlich äußerte sich nun Woidke: Deutschland gehe in die
falsche Richtung. »Wir versuchen, aus einer dezentralen,
regionalen Energieerzeugung eine zentrale Energieversorgung zu
machen«, sagte er der Süddeutschen Zeitung.
»Wir bauen für viele Milliarden
große Stromautobahnen, damit der Norden den Süden günstig mit
Windstrom versorgen kann – statt günstigen Strom dort zu
verbrauchen, wo er erzeugt wird.« Es sei besser, wenn sich ein
Unternehmen aufgrund niedriger Strompreise in Norddeutschland
ansiedle, als wenn es gar nicht nach Deutschland komme oder das
Land verlasse. »Wenn wir solche Lösungen für energieintensive
Industrien finden, hilft das der Industrie insgesamt.«
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