Der FC Rot-Weiß Moers hat Jubiläum gefeiert. Zu Gast bei der Party zum 100. Geburtstag war auch die Traditionsmannschaft des MSV Duisburg. Weshalb es dennoch schlechte Nachrichten rund um den Moerser Klub gibt.
Es war ein rundum gelungener Fußball-Tag auf der Sportanlage am Jostenhof in Moers. Bereits am Morgen begann der Jubiläumstag für die Rot-Weißen, die vor 100 Jahren zunächst als Hülsdonker SV unterwegs waren. Neben verschiedenen Freundschaftsspielen der eigenen Jugend gab‘s für Gäste mit einer Tombola oder einer Torwand eine Menge Abwechslung.
Ex-Profi Tim Albutat in Moers am Ball
Besonders die Organisation Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) wurde vom Verein im Rahmen des runden Geburtstags unterstützt. Hier bestand die Möglichkeit, sich als Spender vor Ort registrieren zu lassen. Highlight des Tages war ein Spiel gegen die Traditionsmannschaft des MSV Duisburg. Die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern kommen krebskranken Kindern zu Gute.
Für die Moerser stand eine Mannschaft aus ehemaligen und verdienten sowie aktuellen Spielern auf dem Platz. Für die Zebras kickte unter anderem der ehemalige Bundesliga-Profi Tim Albutat auf der Asche an der Hülsdonker Feuerwehr. Das Spiel konnten die Gastgeber vor knapp 500 Zuschauern mit 4:2 (1:0) für sich entscheiden. Nach dem Schlusspfiff wurde auf dem Gelände der benachbarten Feuerwehr weiter gefeiert. Unter anderem trat die Moerser Tanzgruppe „Magic Unity“ auf. Auch die Moerser Bürgermeisterin Julia Zupancic schaute vorbei, um dem Verein zu seinem hundertjährigen Bestehen zu gratulieren.
Während er Feierlichkeiten wurde deutlich: Die Fußballer von RW Moers blicken einer schwierigen Zukunft entgegen. Der Großteil der ersten Mannschaft aus der Vorsaison verlässt den Klub. Philipp Zerr und Sascha Schlebusch, die das Jubiläumsfest organisierten, werden sich dem FC Meerfeld anschließen. Stürmer Ben Blischke wechselt ebenfalls zum FCM. Auch Trainer Samir Jabri geht. Darüber hinaus beendeten die Identifikationsfiguren Marius Mummereit und Daniel Vutz, die gemeinsam auf knapp 1000 Spiele für die Rot-Weißen kommen, ihre Laufbahn.
Stefan Schlebusch, der in dem Moerser Verein als Trainer-Legende gilt, äußerte sich zum personellen Aderlass: „Es wird wohl im nächsten Jahr keine zwei Senioren-Mannschaften geben. Wir hatten eine Idee für die nächste Saison, allerdings ist diese nicht beim Vorstand auf Anklang gestoßen. Leider verlassen nun viele Spieler den Verein. Wahrscheinlich wird die Zweite die einzige Senioren-Mannschaft sein.“
Schlebusch, der jahrelang auch im Vorstand bei RW Moers tätig gewesen war, gab im Gespräch mit der Redaktion seinen Austritt aus dem Verein bekannt. Ob die erste Mannschaft, die im Jahre 2022 aus der Kreisliga A abstieg und den Wiederaufstieg erst in der Relegation verpasste, in der Kreisliga B oder Kreisliga C antreten wird, ist noch ungewiss.
Gewiss scheint nur, dass der Verein sich auf eine schwierige Zukunft vorbereiten muss, da selbst Spieler und Funktionäre, die in den letzten Jahren den Ligaverbleib in der B-Liga sicherten, sich nun aus verschiedenen Gründen gegen ein weiteres Fußball-Jahr am Jostenhof entschieden haben.
Der Vorstand der Rot-Weißen hat trotz der personellen Probleme zwei Mannschaften für die B- und C-Liga dem Kreis gemeldet, wie Peter Hanisch vom Fußballausschuss am Montag auf Nachfrage mitteilte. „Wir würden gerne eine erste und eine zweite Mannschaft aufbieten, müssen aber auch der Realität ins Auge blicken“, äußerte sich der RWM-Chef Paul Stucki gegenüber der NRZ.
Aktuell zählt der Moerser Klub rund 500 Mitglieder, die sich auf die Abteilungen Fußball, Turnen, Tischtennis und Volleyball verteilen.