Wo es noch Wachstum gibt
Krieg im Iran trifft Frankfurt: Flughafen zieht Bilanz
13.07.2026 – 10:11 UhrLesedauer: 2 Min.
Hochbetrieb am Flughafen Frankfurt (Archivbild): Trotz Einrüche der Passagierzahlen durch den Krieg im Nahen Osten zieht der Betreiberkonzern Fraport ein positives Fazit. (Quelle: Andreas Arnold/dpa/dpa-bilder)
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Streiks und der Krieg im Iran haben den Flughafen Frankfurt im ersten Halbjahr 2026 belastet. Dennoch sieht Fraport seine Jahresziele noch in Reichweite.
Die Betreibergesellschaft des Frankfurter Flughafens Fraport hat trotz eines Rückgangs bei den Passagieren ein leichtes Wachstum verzeichnet. Im Finanzausblick für 2026 nannte das Unternehmen einen Passagierrückgang von 0,8 Prozent auf rund 28,9 Millionen Fluggäste. Streiks bei der Lufthansa und der Krieg im Iran belasteten das Aufkommen. Das geht aus einer Mitteilung des Konzerns am Montag (13. Juli) hervor.
So flogen im Monat Juni rund 5,7 Millionen Passagiere über Frankfurt, 1,7 Prozent weniger als im Juni 2025. Besonders stark traf es den Nahost-Verkehr: Im ersten Halbjahr reisten lediglich rund 880.000 Fluggäste in diese Region, ein Rückgang von 35 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Laut Fraport-CEO Stefan Schulte gab es gleich mehrere Belastungsfaktoren, etwa die Lufthansa-Streiks, aber vor allem die „großen Flugeinschränkungen“ durch den Krieg im Iran. Man beobachte eine „spürbare Buchungszurückhaltung“, weil Airlines eine Mangellage beim Kerosin befürchten und deshalb ihr Angebot reduzieren würden.
Weniger Nahost-Reisen – dafür wuchs eine Region besonders stark
Einen Zuwachs auf knapp 1,6 Millionen Passagiere gab es hingegen auf Routen nach Afrika und in die Fernost-Region, wo knapp 3,3 Millionen Fluggäste reisten.
Für das Gesamtjahr rechnet Schulte in Frankfurt am Main insgesamt mit einem Passagieraufkommen auf Vorjahresniveau und einem leichten Dämpfer für das Gesamtergebnis. Die finanziellen Ziele sieht der Konzern jedoch nicht in Gefahr.
Positive Bilanz bei Frachtgeschäft und internationalen Flughäfen
Besser entwickelte sich das Frachtgeschäft: Das Cargo-Volumen stieg im Juni um 2,0 Prozent auf 177.676 Tonnen. Im ersten Halbjahr belief es sich auf rund eine Million Tonnen – ein Plus von 1,0 Prozent. Die Zahl der Flugbewegungen in Frankfurt sank hingegen im Juni auf 39.390 Starts und Landungen, ein Rückgang von 4,9 Prozent.
An den internationalen Konzernflughäfen verlief die Entwicklung überwiegend besser. Im ersten Halbjahr wuchs das Gesamtaufkommen aller von Fraport gemanagten Flughäfen auf 77,7 Millionen Fluggäste. Stärkster Zuwachs: der Flughafen Ljubljana, mit einem Plus von 12,7 Prozent auf 184.211 Fluggäste.
Auch die Fraport-Flughäfen in Griechenland, Bulgarien, Brasilien und im peruanischen Lima konnten sich über wachsende Passagierzahlen freuen. Rückläufig war dagegen der türkische Flughafen Antalya: Dort sank das Aufkommen um 9,6 Prozent auf 4,5 Millionen Fluggäste. Ein Grund dafür könnten steigende Preise in der Region sein sowie mehr Zurückhaltung bei Pauschalreisen infolge der geopolitischen Lage im Nahen Osten.
Insgesamt, so der Flughafenbetreiber, seien 2026 bislang 77,7 Millionen Passagiere zum oder über den Frankfurter Flughafen gereist.

