Sanktionen angekündigt
Deutschland bestellt russischen Botschafter ein
Aktualisiert am 13.07.2026 – 12:37 UhrLesedauer: 2 Min.
Sergej Netschajew (Archivbild): Das Auswärtige Amt in Berlin hat den russischen Botschafter einbestellt. (Quelle: Soeren Stache/dpa/dpa-bilder)
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Immer wieder greift Russland Cyberstrukturen in europäischen Ländern an. Das soll nun größere Konsequenzen haben.
Das Auswärtige Amt bestellt den russischen Botschafter in Berlin ein, um gegen Cyberangriffe zu protestieren. „Cyberangriffe gegen Deutschland, EU-Partner und die Ukraine sind inakzeptabel“, teilte das Ministerium auf der Plattform X mit. „Wir beantworten sie entschlossen, auch mit zusätzlichen Sanktionen.“ Die EU bringe dafür entsprechende Maßnahmen auf den Weg, hieß es weiter.
Eine Ministeriumssprecherin erklärte zudem vor Journalisten: „Seit vielen Jahren beobachten wir bösartige Cyberaktivitäten aus Russland gegen Deutschland, gegen die Mitgliedstaaten der EU sowie auch internationale Partner.“
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Deutschland und die anderen EU-Staaten machen den russischen Inlandsgeheimdienst FSB für das Eindringen in Regierungsnetzwerke und für Sabotageakte gegen kritische Infrastruktur verantwortlich. In Deutschland habe eine Cybereinheit des FSB Angriffe gegen staatliche Stellen gerichtet, heißt es in einer von der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas verbreiteten Erklärung im Auftrag der Mitgliedstaaten.
Frankreich bestellt ebenfalls Botschafter ein
Auch die französische Regierung wirft Russland eine Cyberhacking-Kampagne gegen europäische Staaten vor und kündigte an, in den kommenden Tagen den russischen Botschafter in Paris einzubestellen. Frankreich werde zudem Sanktionen gegen neun russische Personen und vier Organisationen verhängen, kündigt Außenminister Jean-Noël Barrot an.
„Wir werden heute eine breit angelegte Cyber-Kampagne Russlands öffentlich verurteilen, die auf Sabotage und Spionage gegen ein Dutzend Länder abzielte“, sagt Barrot dem Sender BFM TV. Frankreich wirft dem russischen Inlandsgeheimdienst FSB vor, die Angriffe organisiert zu haben. Frankreich hat Russland schon mehrfach beschuldigt, hinter Cyberangriffen zu stecken.
In Frankreich habe die FSB-Einheit seit 2010 Cyberspionage gegen strategisch wichtige staatliche Einrichtungen betrieben und 2025 die Verteidigungsindustrie ins Visier genommen, erklärte die EU-Außenbeauftragte Kallas. Erst kürzlich habe es zudem in Polen Sabotageakte gegen kritische Infrastruktur gegeben, darunter gegen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen. Betroffen gewesen seien unter anderem auch Zypern, die Niederlande, Österreich, die Slowakei, Rumänien und Finnland.
Als Reaktion auf diese böswilligen Aktivitäten verhänge die EU neue Sanktionen gegen neun Einzelpersonen und vier Einrichtungen und Organisationen. Sie richteten sich gegen Offiziere des russischen Militärgeheimdienstes GRU sowie gegen Cyberkriminelle, Hacker und private Unternehmen, die zu Russlands Bemühungen beitrügen, die EU, ihre Mitgliedstaaten und internationale Partner zu destabilisieren. Nach Überzeugung der EU nutzt der FSB für seine Aktivitäten ein ganzes „Cyberökosystem“, das staatliche und nicht staatliche Akteure umfasst.
