Mehrere schwere, mit je 5 großen Raketensilos beladene LKW  fahren über eine Brücke.

S-400.

(Bild: Chebakalex7, shutterstock)

Die Türkei verhandelt über den Verkauf ihrer S-400-Systeme an die VAE oder Katar. Laut Dimitri Peskov steht eine Entscheidung Putins aber noch aus.

Die türkische Regierung verhandelt über den Verkauf ihrer russischen S-400-Luftabwehrsysteme an einen Staat am Persischen Golf. Mehrere Quellen erklärten gegenüber Middle East Eye, dass die russische Regierung dem möglichen Verkauf „positiv“ gegenübersteht.

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Als mutmaßlicher Käufer gelten die Vereinigten Arabischen Emirate, möglicherweise auch Katar.

Der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bestätigte, dass Russland mit der Türkei über die Zukunft der türkischen S-400-Systeme im Gespräch sei. Er bezeichnete die Angelegenheit als „äußerst sensibel. Es müssten noch jedoch noch weitere Details geklärt werden, und eine Entscheidung von Präsident Wladimir Putin stehe aus.

Die türkische Nachrichtenseite Oksijen schrieb dagegen, dass eine Übergabe der Systeme an die Vereinigten Arabischen Emirate bevorsteht. Konkret könnten die Systeme in Dubai stationiert werden, um das mehrschichtige Luftverteidigungsnetz der Emirate zu verstärken.

Der lange Schatten der S-400: Von der Krise zur Lösung

Die S-400-Systeme, die die Türkei 2019 von Russland erworben hat, entwickelten sich für Ankara zu einem erheblichen Problem. Nach dem Kauf schlossen die USA die Türkei aus dem Programm für den Kampfjet F-35 der fünften Generation aus und verhängten eine ganze Reihe von Sanktionen gegen die türkische Rüstungsindustrie.

Die USA halten weiterhin sechs für die Türkei gebaute Jets zurück, deren Übergabe durch ein US-Gesetz aus dem Jahr 2020 blockiert wird. Es schreibt vor, dass die US-Regierung sicherstellen muss, dass die Türkei die S-400-Systeme nicht mehr besitzt, bevor sie die F-35-Jets erhalten darf.

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Deshalb hatte die Türkei zwischenzeitlich bereits mit Indien verhandelt, um die S-400 an einen von den USA relativ unabhängigen Abnehmer weiterzureichen. Indien hat jedoch selbst fünf Geschwader des Luftabwehrsystems von Moskau gekauft, wovon das letzte im November 2026 ausgeliefert werden soll.

Strategischer Nutzen für die USA

Der Verkauf fällt nicht unter US-Sanktionen fallen, da es sich um ein Geschäft zwischen der Türkei und den Vereinigten Arabischen Emiraten handelt und nicht um eines mit Russland. Die VAE betreiben bereits russische Luftverteidigungssysteme wie das Pantsir.

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Das US-Magazin Military Watch berichtet, dass türkische Regierungsquellen am 10. Juli mitteilten, eine Vereinbarung über die Übergabe der S-400-Systeme sei erreicht worden. Dies werde nicht nur Luftwaffe der Türkei durch den Erwerb von F-35 Kampfflugzeugen erheblich stärken, sondern auch die Flugabwehr rund um wichtige US-Militärbasen in Westasien verbessern.

Diese Einrichtungen waren nach dem unprovozierten völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der USA und Israels wiederholt Ziele für Vergeltungsschläge des Iran und haben erhebliche Schäden erlitten, da sich die vorhandenen Luftverteidigungssysteme als unzureichend erwiesen haben.

S-400 gegen MIM-104 Patriot: Der technische Vergleich

Das S-400-System gilt als eines der leistungsfähigsten Luftverteidigungssysteme weltweit. Es kann Flugzeuge und Raketen in bis zu 400 Kilometern Entfernung und 30 Kilometern Höhe erfassen und zerstören. Im Vergleich zum amerikanischen MIM-104 Patriot fliegen die vom S-400 abgefeuerten Abfangraketen mit Mach 14 fast dreimal so schnell, was deutlich bessere Abfangfähigkeiten bietet.

Die an die Türkei gelieferte Version wurde so angepasst, dass sie Daten mit NATO-Standard-Ausrüstung austauschen kann. Der Einsatz in der Golfregion würde den US-Streitkräften auch Gelegenheiten bieten, die Funktionsweise des S-400 zu beobachten.

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Dies ist besonders wertvoll für die USA und die Nato, wenn man bedenkt, dass das S-400 das Rückgrat des russischen Luftverteidigungsnetzes bildet.

Iran weiterhin außen vor

Während Russland dem Verkauf türkischer S-400-Systeme an einen Golfstaat zustimmt, lehnt Moskau seit Jahren Anfragen aus dem Iran für das gleiche System ab. Die russische Regierung weist entsprechende Anfragen aus Teheran seit Jahren zurück, wie der israelische Journalist Arie Egozi bei Defence Network schreibt.

Schon 2019 hatte der russische Präsident Wladimir Präsident Putin iranische Anfragen persönlich zurückgewiesen. Moskau betont laut Egozi die „Übereinstimmung mit den Zielen Israels“. Das S-400 könnte israelische F-35-Tarnkappenflugzeuge erfassen und damit die Luftüberlegenheit Israels in der Region gefährden.

Nach Israels Luftangriff auf den Iran im Juni 2025 verschärfte Teheran den Druck, denn die Angriffe legten massive Lücken in der iranischen Luftverteidigung offen. Russland lehnte die Forderung erneut ab.

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Nun geht Russland scheinbar noch einen Schritt weiter und liefert Waffensysteme an einen arabischen Staat, der damit sicherlich auch US-Einrichtungen schützen wird.

Was fordert Moskau von Ankara im Gegenzug?

Russlands Motivation für die Zustimmung zum Weiterverkauf der türkischen Systeme bleibt unklar. Insider in Ankara spekulieren, dass Moskau im Gegenzug Zugeständnisse von der Türkei verlangen könnte. Zum Beispiel wurde der wichtige Gasvertrag zwischen der Türkei und Russland noch nicht verlängert. Die Verhandlungen darüber dauern an.

Bisher hat der Kreml keine öffentlichen Stellungnahmen zur S-400-Frage abgegeben. Denn es geht nicht nur darum, die Beziehungen zum Iran nicht allzusehr zu beschädigen. Es geht auch darum, die eigene Generalität und die russische Öffentlichkeit zu beruhigen.

Immerhin beschießt die Ukraine Ziele tief in Russland vor allem deshalb so erfolgreich mit ihren Drohnen, weil sie geheimdienstliche Unterstützung aus den USA bei Zieldaten und der Errechnung von Flugwegen erhält.