Der Flughafen der jemenitischen Hauptstadt Sanaa ist Ziel eines Luftangriffs geworden. Das Verteidigungsministerium der international anerkannten Regierung des Bürgerkriegslandes reklamierte die Angriffe für sich. Demnach sollte mit den Luftangriffen die Landung eines iranischen Flugzeugs in
Sanaa verhindert werden. Die Huthi-Miliz habe einem Flugzeug der
jemenitischen Fluggesellschaft die Landung auf dem Flughafen Sanaa
untersagt und stattdessen auf die Landung eines iranischen Flugzeugs
bestanden. Als Reaktion darauf habe die jemenitische Regierung die Start-und-Lande-Bahn des Flughafens angegriffen, hieß es.
Die Huthis machten derweil Saudi-Arabien für die Attacke verantwortlich. Ein
Sprecher kündigte Vergeltung an. Am Abend meldete die von Saudi-Arabien angeführte Verteidigungskoalition im Jemen, die die Regierung unterstützt, ihre Luftabwehr habe ballistische Raketen abgewehrt. Diese sollen von den mit dem Iran verbündeten Huthis abgefeuert worden sein. Die Miliz reklamierte den Angriff später für sich.
Die jemenitische Regierung ordnete die Schließung aller Flughäfen
unter ihrer Verantwortung an. Das iranische Flugzeug soll mittlerweile am Flughafen der
ebenfalls von den Huthis kontrollierten Hafenstadt Hudaida gelandet sein.
Es handelt sich um die schwerste
Eskalation im seit mehr als zehn Jahren andauernden jemenitischen Bürgerkrieg. Das Land ist gespalten, die Huthi-Miliz kontrolliert große Gebiete um die Hauptstadt Sanaa und wird vom Iran unterstützt. Saudi-Arabien dagegen unterstützt die international anerkannte Regierung des Landes.
Regierung wirft Huthia Geiselnahme vor
Der jemenitischen Regierung zufolge hatten die Huthis vor dem Angriff den Abflug
eines Flugzeugs des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) am
Flughafen der Hauptstadt Sanaa verhindert sowie den Piloten und dessen Assistenten als Geiseln genommen. Die Regierung nannte das eine »gefährliche Eskalation« und eine »schamlose Verletzung des internationalen
humanitären Rechts« sowie internationaler Abkommen zum Schutz
humanitärer Missionen und ihrer Mitarbeiter. Das IKRK
äußerte sich dazu nicht. Die Miliz hatte im Oktober UN-Gelände in der Hauptstadt angegriffen.
© Lea Dohle
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Der Bürgerkrieg im Jemen wird auch als Stellvertreterkonflikt des Iran und
Saudi-Arabiens angesehen. Die Huthis hatten mit iranischer Unterstützung 2014 die Hauptstadt
eingenommen und die Regierung in den Süden vertrieben. Nach
jahrelangen Kämpfen einer von Saudi-Arabien geführten Koalition gegen die Rebellen wurde 2022 eine Waffenruhe vereinbart, die brüchig ist.