Bei einem Einsatz der US-Migrationsbehörde ICE im Bundesstaat Maine ist offenbar erneut ein Mensch erschossen worden. Der Vorfall ereignete sich in dem Ort Biddeford, teilte der Sprecher des Repräsentantenhauses von Maine, Ryan Fecteau, auf
Facebook mit. Dabei bestätigte er die Beteiligung von ICE, ohne Details zu
nennen. Die Gouverneurin von Maine, Janet Mills, sagte, dass sie »über die tödlichen
Schüsse in Biddeford (…) unter Beteiligung von
Bundesbehörden« informiert worden sei.

Lokalen Bürgerrechtsorganisationen zufolge handelt es sich bei dem
Getöteten um einen 26 Jahre alten Mann aus Kolumbien, der eine
Arbeitserlaubnis in den USA hatte. Die US-Senatorin Susan Collins schrieb auf X, dass die US-Bundespolizei FBI ermittle. Sie forderte eine unabhängige Untersuchung.

Erst vor wenigen Tagen hatte ein ICE-Beamter im texanischen Houston bei
einem Einsatz einen Einwanderer aus Mexiko erschossen
. Nach Darstellung
des Heimatschutzministeriums hatte dieser sich den Anweisungen der
Beamten widersetzt, mit seinem Auto ein Einsatzfahrzeug gerammt und
anschließend versucht, einen Beamten mit seinem Fahrzeug zu erfassen.
Daraufhin habe ein ICE-Beamter geschossen.

Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht. In ähnlichen Fällen
hatten zuvor Videoaufnahmen der Einsätze erhebliche Zweifel an den
Darstellungen der Behörde aufgeworfen.

Insgesamt vierter Todesfall im Zusammenhang mit ICE seit Jahresbeginn

Zuletzt kündigte die mexikanische Regierung eine strafrechtliche Verfolgung wegen zahlreicher Todesfälle mexikanischer Migranten bei Einsätzen oder im Gewahrsam der US-Einwanderungsbehörde ICE an. Wie Außenminister Roberto Velasco Álvarez mitteilte, seien mittlerweile mindestens 17 mexikanische Staatsbürger durch die Einwanderungsbehörde ICE oder andere US-Behörden zu Tode gekommen. 

© Lea Dohle

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Mexiko will unter anderem die privaten Unternehmen zivilrechtlich verklagen, die die Haftzentren von ICE betreiben. Mit diesen Schritten wolle man zu einem Ende von Menschenrechtsverstößen in diesen Einrichtungen beitragen.

Im Januar waren in der Stadt Minneapolis die US-Bürger Renée Good und Alex Pretti durch Schüsse von Bundesmitarbeitern ums Leben gekommen. Die Tötungen hatten die Proteste gegen die Massenabschiebungen von Präsident Donald Trump und gegen ICE weiter angeheizt. Die Fälle führten zur Entlassung der damaligen Heimatschutzministerin Kristi Noem. Ihr Nachfolger Markwayne Mullin deutete bei einer Anhörung vor seiner Einsetzung die Umsetzung eines gemäßigteren Kurses an.

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