Jessica und Matthias Büchel sind in Begleitung ihrer Söhne Anton und Sebastian zur Segnung gekommen.
Das Hochzeitskleid schimmert grün – passend zum Ort der Zeremonie auf der Wiese neben dem Flüsschen Sülz. Jessica Büchel trägt es nicht zum ersten Mal. Vor 16 Jahren hat sie ihren Mann Matthias in diesem Outfit standesamtlich geheiratet. Seitdem verstaubte es in ihrem Kleiderschrank. Nun kommt es bei einer zweiten Hochzeit im Grünen noch einmal zum Einsatz, wo das Paar sich den Segen von Pfarrer Hermann Kotthaus holt.
Die Braut hatte die Qual der Wahl: Sie hätten damals zwar auch bereits kirchlich geheiratet, erzählt sie. So habe sie überlegt, ob sie nicht vielleicht doch das weiße Kleid aus dem Schrank holen soll. Das grüne fand sie am Ende passender.
Denn die Pop-Up-Hochzeit, die das Segensbüro „Hätzjeföhl“ des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region heute an der Kirche am Volberg in Hoffnungstal allen Paaren anbietet, die sich einen kirchlichen Segen abholen möchten, ist schlicht. „Einfach heiraten“ – so der Titel des Angebotes. Und das Adjektiv „einfach“ bedeutet hier „unkompliziert“: ohne lange Planung, Gästeliste, Menü und Hochzeitstorte. Interessierte können vorher einen Termin machen oder auch spontan vorbeikommen. Sie können sich einen Trauspruch aussuchen und die passende musikalische Begleitung – einen Stehgeiger, eine Sängerin mit Gitarre oder Orgel. Vor der Segnung gibt es ein Kennenlerngespräch, hinterher ein Hochzeitsfoto und ein Glas Sekt.
So besinnt man sich auf das Wesentliche, sagt Büchel – auf das „Ja“, das man noch einmal zueinander sage. Die einzigen Hochzeitsgäste sind ihre Söhne Anton und Sebastian. Büchel hatte das Angebot des Segensbüros Hätzjeföhl in ihrer Heimatkirche in Porz-Zündorf entdeckt und fand es schön, sich ein zweites Mal trauen zu lassen. „Wir sind ja jetzt schon länger verheiratet und dann geht die Partnerschaft ein wenig unter“, erzählt sie. „Man ist Eltern und berufstätig. Auf diese Weise können wir einander noch einmal zeigen, dass wir uns wertschätzen und schön finden, dass wir zusammen sind.“ Ihrem Mann Matthias gefiel die Idee auch noch aus einem anderen Grund: „Ich komme aus Hoffnungstal und bin hier aufgewachsen“, sagt er.